AT&S will in Oststeiermark weiter wachsen
In Fehring ist der Ausbau des AT&S Werks angelaufen. Rund 30 Millionen Euro werden hier investiert. Das regionale Werk, das auch 50-jähriges Jubiläum feiert, sei nun "kein Anhängsel, sondern ein notwendiger Standort" innerhalb des Konzerns.
Im Februar hatte der Leiterplattenhersteller aus Leoben angekündigt, das Werk in Fehring auszubauen – mehr dazu in AT&S investiert in Fehring Millionensumme (26.2.2026).
Derzeit sind rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort beschäftigt. CEO Michael Mertin schließt einen weiteren Ausbau in der Oststeiermark am Freitag aber nicht aus. Produkte in Fehring würden gemeinsam mit Kunden entwickelt: "Das bindet die Kunden auch", so Mertin.
Während der Mitarbeiterstand vor etwa einem Jahr auf 300 gesunken war, gibt es jetzt einen Aufschwung, es sollen sogar mehr Stellen ausgeschrieben werden: "Aktuell sprechen wir von circa 50 Personen in allen Bereichen, nicht nur im Arbeiterbereich, sondern auch in der Entwicklung, in der Projektleitung, im Management. Wir haben sehr viele Verhandlungen, die laufen und es könnten auch mehr werden, als diese 50", sagt Standortleiter Christopher Hermann. Man wolle konkret in das Wachstum investieren, gemeinsam mit Kunden wie Semikron und Advantest, die sich auch – teils mit Abnahmegarantien – am Investment beteiligen, so Mertin.
Die etwa 30 Millionen Euro sollen bis März 2027 in den Standort fließen, unter anderem für bessere und mehr Reinräume und neue Maschinen, eine eigene Forschungsabteilung und eine neue Lehrlingswerkstätte, die im Herbst eröffnet werden soll. Investiert wurde auch in eine interaktive Erlebniswelt, um das Werk für die Bevölkerung zu öffnen und zu informieren, was hergestellt wird.
Für Fehring stellen die Investitionen eine mittel- bis langfristige Standortsicherung in einer eher strukturschwachen Region dar. Das Werk zähle gemessen am Umsatz zu den größten Leiterplattenwerken Europas und profitiere zunehmend von der steigenden Nachfrage nach in Europa produzierten, sicherheitsrelevanten Hightech-Lösungen.
In Fehring werden sogenannte High-Power-Electronics-Komponenten produziert, aber jetzt auch Halbleitertechnologie – unter anderem für die Medizintechnik, die Mertin als einen Wachstumsmarkt sieht. Die Nachfrage nach Produkten von AT&S sei laut dem CEO momentan höher "als wir bedienen können". Speziell in der neuen Business-Unit Defense sei die "Nachfrage enorm". Sie spiegelt sich auch im Aktienkurs wider, der in den vergangenen Wochen in die Höhe geschossen ist.