Unternehmer schätzen Lage meist richtig ein
Die Stimmung bei den steirischen Unternehmen ist laut Wirtschaftsbarometer düster. Eine Gegenüberstellung der Arbeitslosenzahlen und Wirtschaftsdaten mit dem subjektiven Empfinden der Unternehmer zeigt, dass die negativen Erwartungen der vergangenen Jahre oft erfüllt wurden.
Jedes halbe Jahr fragt die Wirtschaftskammer bei den steirischen Betrieben nach, wie sie die Entwicklungen der vergangenen Monate bewerten, und was sie für die kommenden Monate erwarten. Das Ergebnis ist das sogenannte Wirtschaftsbarometer. Dieses wurde nun wieder präsentiert, und es zeigt einen pessimistischen Blick in die Zukunft – mehr dazu in Stimmung bei Unternehmen ist im Keller (2.7.2026).
Seit Beginn des Ukraine-Krieges 2022 fallen bei der Präsentation des Wirtschaftsbarometers regelmäßig Schlagworte wie "frostige Stimmung" oder "Tiefpunkt". Seit Jahren sieht ein Großteil der steirischen Unternehmen eine Verschlechterung der Wirtschaftssituation. Auch die Erwartungen in die Zukunft sind seit Jahren gedämpft. Blickt man auf die tatsächliche Entwicklung so zeige sich, dass die Unternehmer mit ihren Einschätzungen richtig lagen, sagte Regionalökonom Peter Huber vom WIFO: "Im letzten Jahr war die Steiermark ein Bundesland, das unterdurchschnittlich gewachsen ist. Also nach unseren Schätzungen war das reale Wachstum bei 0,2 Prozent, österreichweit bei 0,4 Prozent."
Arbeitslosigkeit, Beschäftigung und Auftragslage haben sich negativ entwickelt, Investitionen sind stark zurückgegangen. Bauwirtschaft und Warenherstellung waren starke Bremser. Außerdem ist die Steiermark als Industrie-Bundesland in einer aktuell schwierigen Situation.
Die Frage, ob sie in den kommenden Monaten Personal aufnehmen oder abbauen werden, wird von Unternehmern ebenfalls seit mehreren Jahren meist negativ beantwortet. Rund ein Drittel geht seit 2023 bei jeder Befragung davon aus, dass Personal abgebaut wird. Das deckt sich mit Zahlen des AMS.
"Bedauerlicherweise hatten wir am steirischen Arbeitsmarkt in den letzten drei Jahren eine sehr schwierige Entwicklung. Die Arbeitslosigkeit ist insgesamt um 8.000 Personen gestiegen und die Beschäftigung ist ebenfalls um 2.000 Personen zurückgegangen", sagte Karl-Heinz Snobe, Geschäftsführer des AMS Steiermark.
Für 2027 ist laut Arbeitsmarktservice aber Besserung in Sicht. Auch das WIFO sieht für das kommende Jahr positivere Aussichten.