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Tierschützer fordern Fahrverbot für Fiaker

Tierschützer fordern Fahrverbot für Fiaker

Tierschützer fordern Fahrverbot für Fiaker

Angesichts der enormen Hitze aktuell fordert der Verein gegen Tierfabriken (VGT) einmal mehr ein Einsatzverbot für Fiakerpferde bei über 30 Grad. Die bisherige Regelung ab 35 Grad sei unzureichend. Eine Petition erreichte bereits knapp 63.000 Unterschriften.

Der VGT kritisiert, dass die Temperaturmessung nicht an den Fiakerstandplätzen erfolgt, sondern im Schatten. Dies führe laut VGT dazu, dass Pferde hohen Temperaturen von bis zu 38 Grad und einer Bodenhitze von 50 Grad ausgesetzt sind, noch bevor die Hitzeregelung greift.

"Es ist ein Irrsinn, dass die Pferde an extremen Hitzetagen, wie an diesem Wochenende, überhaupt in die Stadt fahren müssen, wenn sich bereits abzeichnet, dass die Hitzefrei-Grenze von 35 Grad auf jeden Fall erreicht werden wird und die Kutschen danach wieder heimfahren müssen. Während sich die Stadt weiter aufheizt, müssen die Pferde dann beim Hitze-Maximum die Heimfahrt antreten", so VGT-Campaigner Georg Prinz.

Der Verein fordert, die Grenze für Hitzefrei bei 30 Grad festzusetzen, Schatten an allen Standplätzen bereitzustellen und die Temperatur direkt vor Ort zu messen. An besonders heißen Tagen sollte auf den Einsatz komplett verzichtet werden. Die Petition des VGT zur Unterstützung dieser Forderungen wurde bereits rund 63.000 Mal unterzeichnet.

Die Wiener Grünen schließen sich diesen Forderungen an. "Es ist nicht hinnehmbar, dass Pferde bei diesen Temperaturen eingesetzt werden, nur um ein nostalgisches Bild aufrechtzuerhalten. Tradition darf nicht als Deckmantel für systematisches Tierleid missbraucht werden", so Cosma Stöger vom Grünen Tierschutzforum, einer Organisation der Grünen Wien. Die Tierschutzsprecherin der Wiener Grünen betonte in einer Aussendung, dass "Fiakerfahrten ab 30 Grad unzulässig sein sollen".

Während Tierschutzorganisationen angesichts der Hitzewelle einen Fahrstopp fordern, werden die Wiener Fiaker auch am Wochenende unterwegs sein. Wie der Fuhrwerksunternehmer Wolfgang Fasching, er ist auch als "Fiakerbaron" bekannt, gegenüber dem ORF Wien betont, würden sich die Betriebe an die gesetzliche Grenze von 35 Grad halten – in der Praxis würden die Kutscher meist bereits bei 34 Grad heimfahren.

Fasching sorgt sich nach eigener Aussage mehr um die Kutscher als um die Pferde. Entscheidend sei die Wasserversorgung: Der Verbrauch liege an einem heißen Tag bei bis zu 120 Liter Wasser pro Fiaker.

Seit Jahren sorgen Fiakerfahrten im Sommer für Debatten zwischen Tierschützerinnen und -schützern und Fiakervertretern. Bereits im Sommer 2023 haben Stadt und Bund eine Studie zur "Pferdenutzung in Zeiten des Klimawandels" angekündigt. Die Testfahrten dafür starteten im August des Vorjahres und laufen über ein Jahr hinweg. Ziel der Studie ist es, fundierte Daten zu den Auswirkungen von Umwelteinflüssen auf Fiaker- und Sportpferde zu gewinnen, um daraus gegebenenfalls neue Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Einsatzbedingungen abzuleiten.

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