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Trotz Waffenruhe: Libanon meldet Tote bei israelischem Angriff

Trotz Waffenruhe: Libanon meldet Tote bei israelischem Angriff

Trotz Waffenruhe: Libanon meldet Tote bei israelischem Angriff

Nur kurz nach Beginn einer Waffenruhe zwischen Israel und der mit dem Iran verbündeten Terrororganisation Hisbollah hat der Libanon am Samstag mehrere Tote nach einem Angriff Israels gemeldet. Insgesamt sollen fünf Menschen getötet worden sein, meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA. Israel äußerte sich bisher nicht zu dem Angriff. Ungeachtet der neuerlichen Eskalation verdichteten sich die Zeichen für weitere Gespräche zwischen den USA und dem Iran.

Israel griff der NNA zufolge in der Früh mehr als ein Dutzend Orte im Süden des Libanon an. Israelische Kampfflugzeuge und Drohnen hätten das Gebiet um Nabatija ins Visier genommen. Die Stadt gilt als Hisbollah-Hochburg.

In der Stadt Arab Salim seien drei Menschen getötet worden. Ein weiteres Todesopfer gab des demnach in Deir Sahrani. In der Stadt Dweir sei zudem ein Mensch bei einem Drohnenangriff auf ein Motorrad getötet worden, meldete die NNA.

Vom libanesischen Gesundheitsministerium liegen bisher keine offiziellen Angaben zu Opfern vor. Die israelische Armee äußerte sich bisher ebenfalls nicht. Alle Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Die Waffenruhe gilt erst seit Freitagnachmittag, schon in der ersten Stunde nach dem Inkrafttreten gab es libanesischen Sicherheitskreisen zufolge jedoch noch ein Dutzend israelische Luftangriffe. Danach wurden – bis Samstagfrüh – aber keine Angriffe mehr verzeichnet.

Unklarheit gibt es indes um Gespräche zwischen dem Iran und den USA. Ein Treffen in der Schweiz über die weitere Ausgestaltung des Rahmenabkommens wurde am Freitag abgesagt, mutmaßlich wegen der gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah. US-Vizepräsident JD Vance war mit seiner Entourage schon zum Abflug bereit. Kurz darauf wurde die Waffenruhe angekündigt.

In der Nacht auf Samstag hieß es nun, dass der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff, auf dem Weg in die Schweiz sei. Das berichteten das Nachrichtenportal Axios und CNN unter Berufung auf einen US-Regierungsbeamten. Trumps Schwiegersohn Jared Kushner befindet sich demnach bereits in der Schweiz. Auch der iranische Außenminister Abbas Araktschi plane, in die Schweiz zu reisen, zitierte das US-Nachrichtenportal Axios eine informierte Quelle.

Am Samstag setzte auch Pakistan seine Vermittlungsbemühungen fort. Innenminister Mohsin Naqvi sei zu Gesprächen mit hochrangigen iranischen Regierungsvertretern nach Teheran gereist, meldete die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA. Bei dem Besuch solle der Fortgang der Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA erörtert werden.

Die Waffenruhe im Libanon zwischen Israel und der Hisbollah war zwei Tage nach der Unterzeichnung des Rahmenabkommens über ein Ende des Iran-Krieges zustande gekommen. "Die Hisbollah und Israel haben sich auf eine Waffenruhe geeinigt", sagte ein US-Regierungsvertreter am Freitag wörtlich.

Zuvor hatten auch ein hochrangiger Vertreter Israels und zwei Vertreter der Hisbollah die Feuerpause bestätigt. Laut US-Angaben hätten Vermittler aus den USA und Katar die Vereinbarung mit Unterstützung des Iran ausgearbeitet. Der Iran besteht darauf, dass die Waffenruhe mit den USA auch für die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah gilt.

Die Hisbollah hatte den Libanon Anfang März mit Angriffen auf Israel in den Iran-Krieg hineingezogen. Israel reagierte mit Luftangriffen auf Ziele im Libanon und rückte außerdem mit Bodentruppen im Süden des Landes vor. Eine zwischen beiden Ländern vereinbarte Waffenruhe erkannte die Hisbollah nie an. Auch die direkten Gespräche über eine langfristige Friedenslösung zwischen den beiden Nachbarländern, die sich offiziell im Kriegszustand befinden, lehnt die Hisbollah ab.

US-Präsident Trump äußerte sich zuletzt zunehmend kritisch über die israelischen Militäreinsätze im Libanon, das löste schwerste diplomatische Spannungen zwischen den beiden seit Jahrzehnten eng verbündeten Ländern und ihren beiden Regierungschefs aus.

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