CNN: US-Geheimdienste sehen Hormus-Straße als Druckmittel
US-Geheimdienste gehen laut einem Bericht des Senders CNN davon aus, dass der Iran künftig jederzeit die wichtige Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus blockieren könnte. Das habe Teheran während des jüngsten Konflikts mit den USA und Israel bewiesen, berichtete CNN heute unter Berufung auf mehrere mit den Einschätzungen vertraute Personen.
Demnach hätten amerikanische Geheimdienste ihre Bewertung der Fähigkeiten des Iran nach den Ereignissen der vergangenen Wochen angepasst. Die Führung in Teheran habe erkannt, dass sie mit einer Sperrung der Meerenge erheblichen Druck auf die Weltwirtschaft ausüben könne. Die Straße von Hormus gilt als einer der wichtigsten Transportwege für Öl und Gas weltweit.
Laut CNN sind die Geheimdienste zudem zu dem Schluss gekommen, dass der Iran weiterhin über erhebliche militärische Fähigkeiten verfüge, darunter Raketen, Drohnen und Schnellboote, die für eine Blockade eingesetzt werden könnten.
Die USA und der Iran wollen nach Angaben von Präsident Donald Trump am Freitag eine Vereinbarung unterzeichnen, die die vollständige Wiederöffnung der Meerenge ermöglichen soll. Trump sagte beim G-7-Gipfel im französischen Evian, die Route sei bereits teilweise wieder geöffnet. Schiffe könnten die Passage wieder nutzen.
Nach CNN-Informationen befürchten US-Behörden jedoch, dass der Iran die Kontrolle über die Wasserstraße künftig erneut als Druckmittel einsetzen könnte. Dem Bericht zufolge prüfen die Geheimdienste außerdem die Möglichkeit, dass Teheran im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen die verbündete Huthi-Miliz im Jemen dazu bewegen könnte, auch die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab am Eingang zum Roten Meer zu blockieren.
Das Weiße Haus und das Büro der US-Geheimdienstkoordinatorin äußerten sich laut CNN zunächst nicht zu dem Bericht.