Oberösterreich bei Papa-Monat vorne
Wenn in Österreich ein Kind zur Welt kommt, bleibt die Karenz meist weiterhin Frauensache. Nur knapp jeder fünfte Vater nimmt überhaupt Elternkarenz in Anspruch. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Momentum Instituts zum Vatertag.
Besonders auffällig sind die Unterschiede zwischen den Bundesländern. Während in Wien fast jeder vierte Kinderbetreuungsgeldbezieher ein Vater ist, liegt Oberösterreich im Mittelfeld. Schlusslicht ist das Burgenland.
Noch seltener als die Karenz selbst sind längere Auszeiten. Die meisten Väter, die in Karenz gehen, bleiben nur wenige Monate zuhause. Karenzzeiten von mehr als sechs Monaten sind österreichweit die Ausnahme.
Experten weisen darauf hin, dass gerade längere Karenzzeiten die Aufteilung von Kinderbetreuung und Hausarbeit nachhaltig verändern können. Gleichzeitig erleichtern sie Müttern häufig den Wiedereinstieg in den Beruf.
Beim sogenannten Papa-Monat nimmt Oberösterreich österreichweit eine Spitzenposition ein. Knapp 18 Prozent der Paare nutzen den Familienzeitbonus direkt nach der Geburt eines Kindes. Damit liegt Oberösterreich vor allen anderen Bundesländern.
Allerdings bleibt es in vielen Fällen bei diesem einen Monat. Laut Auswertung gehen rund zwei Drittel der oberösterreichischen Väter nach dem Papa-Monat nicht zusätzlich in Elternkarenz.
Auffällig ist auch, wann Väter ihre Karenz antreten. Besonders häufig fällt sie auf die Sommermonate. Österreichweit sind im Juni, Juli und August deutlich mehr Männer in Karenz als während des restlichen Jahres. Bei Müttern zeigt sich dieser Effekt kaum. Ihre Karenzzeiten verteilen sich relativ gleichmäßig über das Jahr.