"Grazer Stiche": Ein neuer Fall für Marlene Kranz
Krimis mit Lokalkolorit erfreuen sich ja seit einigen Jahren großer Beliebtheit, und auch an steirischen Schauplätzen wird gern literarisch ermittelt. So hat nun Graz eine neue Chefinspektorin der Kriminalpolizei – erfunden von der Lannacherin Margot Mühlfellner.
"Grazer Stiche" ist der zweite Fall.
für Chefinspektorin Marlene Kranz. Sie ist gebürtige Steirerin, und erst vor kurzem nach erfolgreichen Jahren als leitende Sonderermittlerin in Wien nach Graz zurückgekehrt.
Ein tragisches Ereignis in der Familie ist der Grund dafür, erklärt die Autorin: "Ja, Arbeit lenkt am besten ab, und so ermittelt sie jetzt in Graz. Sie hat natürlich lauter Männer um sich – das Thema weibliche Vorgesetzte ist interessant, finde ich. Wie gehen Männer heutzutage auch damit um, jetzt eine weibliche Chefinspektor vor der Nase zu.
haben?"
Kranz ist eine Ermittlerin mit Ecken und Kanten: "Grundsätzlich ist sie natürlich eine Frau, sprich sie hat ein hohes Maß an Empathie, das sie natürlich auch im Zaum halten muss, weil man es halt wirklich mit den schrecklichsten Seiten der Menschheit zu tun bekommt, und das muss man ja auch erst einmal aushalten. Auf der anderen Seite ist sie sehr genau, folgt ihrer Intuition und weil sie alles daran setzt, dass ihre Kollegen nicht erfahren, was ihr widerfahren ist – sie möchte das außen vor halten –, wirkt sie ein bisserl distanziert."
In "Grazer Stiche" geht es um einen prominenten Tattoo-Künstler, der tot in seinem Atelier aufgefunden wird, und da kommt ihr dann auch ihr Privatleben – von dem eben niemand etwas wissen soll – in die Quere: "Die Todesursache ist am Anfang nicht ganz klar, und spannend wird es halt nur, dass es zum ersten Mal auch einen Konflikt gibt, weil Marlenes Sohn da ins Spiel kommt, der eigentlich in Wien lebt, 17 ist, und obwohl er noch minderjährig ist, als letzter Termineintrag im Buch des toten Tätowierers drinnen ist."
Margot Mühlfellner ist Sonderkindergartenpädagogin, Krimis waren schon immer große Leidenschaft, "und da spreche ich von ‚Die fünf Freunde' und den drei Fragezeichen in der Kindheit". Ihr Vorbild beim Schreiben ist ganz eindeutig Claudia Rossbacher: "Ich habe durch sie das erste Mal von diesem Genre regionaler Serienkrimi erfahren, und ich wusste auch lange gar nicht, wie viele das mittlerweile auch machen. Nachdem sie ja in der Steiermark unterwegs ist, habe ich mir das für Graz ersonnen, weil ich Graz einfach am besten kenne" – und so spielen Mühlfellners Krimis teilweise an sehr bekannten Plätze, aber auch an einigen, die es für viele noch zu entdecken gilt.