Formel 1: Norris gibt in Barcelona Tempo vor
Lando Norris ist am Freitag im zweiten Freien Training für den Grand Prix von Katalonien am Sonntag (ab 14.25 Uhr, live in ORF1, Start: 15.00 Uhr) in Barcelona zur ersten Bestzeit gerast. Der englische McLaren-Pilot verwies George Russell im Mercedes, der im ersten Training die schnellste Zeit hatte, mit 1:15,426 Minuten um lediglich neun Tausendstelsekunden auf den zweiten Platz.
Norris' Teamkollege Oscar Piastri (+0,057 Sekunden) rundete die erfolgreiche zweite Trainingseinheit für McLaren ab. WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli, der im ersten Freien Training ausgesetzt hatte, wurde Fünfter (+0,589) unmittelbar vor Red-Bull-Star Max Verstappen (+0,895).
Damit dürfen McLaren und Mercedes positiv auf das Qualifying am Samstag (ab 15.40 Uhr, live in ORF1, Beginn: 16.00 Uhr) blicken. Nur eine virtuelle Safety-Car-Phase unterbrach das zweite Training. "Mein Motor ist abgestorben", funkte Liam Lawson, als er seinen Racing Bull ausgangs der Boxengasse abstellen musste. Auf einem Roller wurde er ins Fahrerlager gebracht, die Einheit wurde schnell wieder freigegeben.
Das erste Training nutzten die Teams auf dem Kurs nordöstlich von Barcelona in Montmelo, um ihren Nachwuchskräften die vorgeschriebene Fahrpraxis zu geben.
Samstag:
12.20 Uhr: Drittes Training.
15.40 Uhr: F1 News.
15.55 Uhr: Qualifying.
Sonntag:
13.40 Uhr: F1 News.
14.25 Uhr: GP (15.00 Uhr)
17.00 Uhr: Analyse.
Zeiten: Übertragungsbeginn.
So übergab Antonelli sein Mercedes-Cockpit an den Dänen Fred Vesti, Norris überließ seinen McLaren Leonardo Fornaroli aus Italien, Lewis Hamilton setzte zugunsten des Schweden Dino Beganovic aus. Insgesamt durften sieben Nachwuchsleute ran. Jeder Stammfahrer muss einem unerfahrenen Piloten in einer Saison in zwei Trainings Platz machen.
Abseits der Trainingsfahrten wurde fünf Tage nach dem turbulenten Grand Prix von Monaco auch eine Entscheidung zum Ausgang des Rennens im Fürstentum gefällt. Der Franzose Pierre Gasly bekam Rang drei zurück.
Wie der Automobilweltverband (FIA) am Freitag mitteilte, wurden die zwei nachträglich ausgesprochenen Fünfsekundenstrafen gegen den Alpine-Piloten zurückgenommen, womit Gasly hinter Sieger Antonelli (Mercedes) und Hamilton (Ferrari) wieder mit einem Stockerlplatz aufscheint.
Gasly war am Sonntag von den Stewards zweier Geschwindigkeitsüberschreitungen in der Boxengasse um 0,1 respektive 0,4 km/h für schuldig befunden worden und daraufhin auf Platz sieben zurückgefallen. Alpine legte gegen die Sanktionen Einspruch ein und bekam nun recht.
Gaslys Landsmann Isack Hadjar muss damit weiter auf den ersten Podestplatz mit Red Bull warten. Während des Rennens im Fürstentum hatte es zahlreiche Zeitstrafen wegen zu schnellen Fahrens in der Boxengasse gegeben. Nicht nur Gasly wurde vorgeworfen, mehr als die vorgeschriebenen 60 km/h gefahren zu sein.
Der Rennstall konnte nun nachweisen, dass Gasly das Tempolimit nicht überschritten hat. Die FIA hatte wegen veränderter Streckenbegrenzungen die offizielle Messzone in der Boxengasse um 77 Zentimeter zu lang berechnet. Legt man diese Distanz Gaslys beiden strittigen Fällen zugrunde, lag er mit 58,7 km/h und 58,8 km/h stets im regelkonformen Bereich. Somit durfte sich der 30-Jährige doch über das sechste Podium seiner Karriere freuen.
Der Fall könnte aber weitergehen. McLaren und Red Bull behalten sich vor, noch gegen die Alpine-Entscheidung vorzugehen. So wie Hadjar von Red Bull auf Rang vier zurückfiel, wurde McLarens Piastri nach der Neuklassifizierung auf Platz fünf gewertet. Die Rennställe haben nun 96 Stunden Zeit, um die Entscheidung zu überprüfen und vielleicht anzufechten.