"Patriarchengipfel" in der Türkei
Mit einem Festgottesdienst in der Mariä-Himmelfahrtskirche in Panagia auf seiner türkischen Heimatinsel Imbros hat der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. am Donnerstag seinen Namenstag und das 35-Jahr-Jubiläum an der Spitze des Patriarchats von Konstantinopel gefeiert.
Zu den Festlichkeiten waren auch der bulgarische Patriarch Daniil und der rumänische Patriarch Daniel gekommen, um ihre Verbundenheit mit Patriarch Bartholomaios I. und dem Ökumenischen Patriarchat zu bekunden.
Patriarch Daniel würdigte in seiner Festansprache den Jubilar als eine der prominentesten und einflussreichsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Orthodoxie und merkte an, dass Bartholomaios während seiner 35-jährigen Amtszeit als Ökumenischer Patriarch internationale Anerkennung für seine spirituelle Führung, sein Engagement für den Dialog und seine Bemühungen um die Förderung des Friedens zwischen Völkern und Religionen erlangt habe.
Der rumänische Patriarch hob auch die engen Bande der Gemeinschaft und Zusammenarbeit zwischen dem Ökumenischen Patriarchat und der rumänisch-orthodoxen Kirche hervor. Patriarch Daniil sagte, dass auch seine Anwesenheit nicht nur Ausdruck des Respekts vor der Person des Ökumenischen Patriarchen sei, sondern auch als Zeichen für die Einheit der Orthodoxie verstanden werden müsse. Das werde gerade auch in der eucharistischen Gemeinschaft deutlich. Er hoffe und bete, dass der Ökumenische Patriarch seinen Dienst noch viele Jahre zum Wohle der Kirche von Konstantinopel und zum Wohl der panorthodoxen Einheit fortsetzen könne.
Die Worte beider Patriarchen sind vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Orthodoxie derzeit intern heftig zerstritten ist. Das Patriarchat von Moskau hat die eucharistische Gemeinschaft mit dem Patriarchat von Konstantinopel und allen anderen orthodoxen Kirchen aufgekündigt, die die unabhängige orthodoxe Kirche der Ukraine anerkennen. Die Kirchen von Rumänien und Bulgarien versuchen, in diesem Konflikt Moskau-Konstantinopel eine neutrale Position einzunehmen bzw. den Kontakt zu beiden Seiten zu halten. Ein Ende des innerorthodoxen Konflikts ist derzeit nicht abzusehen.
Bartholomaios I. wurde am 29. Februar 1940 als Dimitrios Archondonis auf der türkischen Insel Imbros geboren. 1991 wurde er zum Ökumenischen Patriarchen und 270. Nachfolger des Apostels Andreas gewählt. – Das Amtsjubiläum wurde am Donnerstag auf Imbros schon ein wenig vorgefeiert. Das eigentliche Datum des Jubiläums ist der 22. Oktober.