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Bildungslandesrätin für Studiengebühren

Bildungslandesrätin für Studiengebühren

Bildungslandesrätin für Studiengebühren

Universitäten sollten "moderate und sozial abgefederte Studienbeiträge" einheben können. Dafür sprach sich Bildungslandesrätin Cornelia Hagele (ÖVP) aus. Wer sich dafür entscheide, solle die Einnahmen zweckgebunden in den jeweiligen Standort investieren.

Die Gelder sollen dann in bessere Betreuung, moderne Infrastruktur, zusätzliche Lehrangebote und den Ausbau von Studienplätzen fließen, schlug Hagele gegenüber der Tiroler Tageszeitung vor. Es wäre für Universitäten ein zusätzliches Instrument, um die Qualität von Studium und Lehre weiter zu verbessern.

"Keine Universität soll verpflichtet werden. Vielmehr sollen die Hochschulen im Rahmen ihrer Autonomie selbst entscheiden können, ob ein solcher Beitrag für ihren Standort, ihr Studienangebot und ihre strategische Weiterentwicklung sinnvoll ist", meinte die Bildungs- und Wissenschaftslandesrätin und wollte damit offenbar keine Rückkehr zum früheren allgemeinen Studiengebühren-Modell in Österreich.

Hagele betonte überdies, dass es gleichzeitig auch ein starkes System aus Stipendien, Gebührenbefreiungen und Rückerstattungen für Studierende mit geringem Einkommen geben müsse.

Vom Koalitionspartner SPÖ kam in einer Reaktion auf Hagele ein promptes "Nein" zu Studiengebühren. "Finanzielle Möglichkeiten dürfen kein Ausschlussgrund vom Studium sein, Bildung muss für alle erreichbar sein. Dazu stehen wir. Studiengebühren wird es mit der SPÖ nicht geben", betonte Bildungssprecher Benedikt Lentsch in einer Aussendung.

Das Wiedereinziehen von ungerechten Hürden sei nicht zu rechtfertigen – auch nicht mit Verweis auf das Budget, so Lentsch.

Scharfe Kritik an den Plänen Hageles kam von den Tiroler Grünen. "Die Teuerung reicht längst bis weit in die Mittelschicht hinein. Gerade in einer Zeit, in der Bildung der wichtigste Schlüssel für sozialen Aufstieg, Innovation und wirtschaftliche Stärke ist, sind Kürzungen im Bildungsbereich ein fatales Signal. Während andere Länder massiv in Bildung, Forschung und Zukunftstechnologien investieren, tritt diese Regierung auf die Bremse. Das ist keine Zukunftspolitik, sondern Zukunftsverweigerung", so Bildungssprecherin und Landtagsabgeordnete Zeliha Arslan.

Österreich verfüge über ein Hochschulsystem, um das es viele Länder beneiden würden. Der breite und vergleichsweise niederschwellige Zugang zu Universitäten sei ein zentraler Erfolgsfaktor für Chancengerechtigkeit und sozialen Aufstieg.

In einer Aussendung sprach sich die Jugendorganisation von NEOS – JUNOS – ebenfalls für nachgelagerte Studiengebühren aus. Die aktuelle Situation zeige, dass das derzeitige Finanzierungsmodell von Hochschulen in Zukunft nicht mehr möglich sein werde, erklärte Landesvorsitzender Julian Pfurtscheller.

"Es ist daher auch zwingend nötig, dass über Modelle zur Einführung von Studiengebühren gesprochen wird. Wir JUNOS haben dieses Problem schon seit Langem erkannt und fordern daher sozial verträgliche, nachgelagerte Studiengebühren, die erst entrichtet werden müssen, wenn die Studierenden mit beiden Beinen fest im Leben stehen."

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