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Getrübtes Jubiläum zu 30 Jahren MCI

Getrübtes Jubiläum zu 30 Jahren MCI

Getrübtes Jubiläum zu 30 Jahren MCI

Die Fachhochschule MCI feiert heuer ihr 30-jähriges Bestehen. Das Jubiläum wird allerdings nach wie vor von der Standortfrage überschattet. Der jahrelang paktierte und vom MCI selbst immer geforderte Neubau wurde ja von der Landesregierung abgesagt. Massive Kritik kommt von der Opposition – auch wegen fehlender Zahlen zur jetzt forcierten Sanierung.

Mit gut 3.000 Studierenden ist das Management Center Innsbruck (MCI) die größte Fachhochschule in Tirol. 29 Studiengänge bietet das MCI mittlerweile, hat Partnerschaften mit Dutzenden Universitäten und in den vergangenen Jahren auch immer wieder internationale Auszeichnungen erhalten.

In den 30 Jahren des Bestehens gab es bisher mehr als 15.000 Studienabsolventen am MCI. Trotz dieser Erfolgsgeschichte war die Fachhochschule in den vergangenen Jahren aber oft mehr wegen der ungeklärten Standortfrage in den Schlagzeilen.

Diese bestimmt auch im Jubiläumsjahr die politische Diskussion rund um das MCI, das von einem öffentlichen Trägerverein mit Land Tirol, Arbeiter- und Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung, Stadt Innsbruck und Universität betrieben wird. Die seit der Gründung auf mehrere Standorte verteilte Fachhochschule sollte eigentlich schon seit Jahren einen Neubau bekommen. 2002 gab es dafür einen ersten Grundsatzbeschluss dafür.

2015 wurde die Umsetzung zu veranschlagten Baukosten von 80 Mio. Euro abgesegnet, wobei aber Valorisierung und Umsatzsteuer nicht berücksichtigt wurden. Projektänderungen und Kostensteigerungen folgten, weshalb der damalige Landesrat Johannes Tratter (ÖVP) dieses erste Projekt stoppte.

Daraufhin entschied sich das Land für ein Totalunternehmermodell im Rahmen eines sogenannten "wettbewerblichen Dialogs". Ein Totalunternehmer sollte Ausschreibung, Planung und Bau übernehmen und das Gebäude schlüsselfertig zu einem fixen Obergrenzenbetrag von 135 Mio. Euro übergeben.

Aber auch der zweite Anlauf scheiterte. Obwohl ein Stockwert gestrichen in der Planung gestrichen wurde, sollen die Gesamtbaukosten zuletzt mit rund 250 Mio. Euro berechnet worden sein. Vor etwa eineinhalb Jahren zog der für die Landesfinanzen zuständige Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) deshalb einen Schlussstrich. Er erklärte die Neubaupläne für politisch beendet, statt dessen sollen die bestehenden MCI-Standorte saniert und adaptiert werden.

Inzwischen ist klar, dass die gescheiterten Neubaupläne die öffentliche Hand 13 Mio. Euro gekostet haben. Die Grünen haben über das Informationsfreiheitsgesetz den bislang geheim gehaltenen, rund 1.000 Seiten umfassenden Totalunternehmervertrag bekommen – allerdings mit zahlreichen geschwärzten Stellen.

Wie Labg. Zeliha Arslan kritisiert, bleibe deshalb weiterhin offen, "was ist mit der Kostenobergrenze, welche Verträge wurden ausgehandelt, wer hat welche Honorare bekommen". Fix sei jedenfalls nur, dass bislang 13. Mio Euro für Planungs-, Beratungs- und Rechtskosten geflossen sind, ohne dass irgendetwas beim MCI gebaut wurde.

Statt des Neubaus sollen jetzt die bestehenden MCI-Standorte in Innsbruck so um- und ausgebaut werden, dass sie auch langfristig den Hochschulansprüchen genügen. Eine entsprechende Vereinbarung zwischen Land Tirol und MCI wurde im März unterzeichnet. Ein zentraler Punkt ist die Ertüchtigung der Alten Hauptpost in Innsbruck, eines denkmalgeschützten, mehr als 100 Jahre alten Gebäudes, das sich im Eigentum eines privaten Investors befindet.

Das MCI ist dort seit 2012 eingemietet, ursprünglich als Übergangslösung bis zum Neubau. Nun soll das Gebäude zu einem modernen Universitätscampus umgebaut werden. Der Investor soll die Sanierungen finanzieren und die Kosten dann über die Miete wieder hereinspielen. Zusätzlich ist ein Erweiterungsbau auf einem angrenzenden Parkplatz östlich der Alten Hauptpost geplant, der von einem gemeinnützigen Bauträger errichtet werden soll. Insgesamt sollen diese Maßnahmen angeblich 55 Mio. Euro kosten.

Konkrete Zahlen und Zeitpläne für die Sanierungs- und Ausbaupläne fehlen aus Sicht der Opposition allerdings. Der Klubobmann von Liste Fritz, Markus Sint, kritisiert, trotz mehrerer Landtagsanfragen keine belastbaren Informationen erhalten zu haben: "Wenn man ein Projekt, das für den Bildungs- und vor allem für den Wirtschaftsstandort Tirol immens wichtig ist, wegen angeblich zu hoher Kosten beerdigt, dann muss man für den Plan B doch die Kosten kennen", sagte Sint.

Auch NEOS-Landtagsabgeordnete Susanna Riedlsperger sieht Defizite bei der Transparenz: "Wir wissen leider sehr wenig. Versprochen wurde uns vor allem nach der Absage vor eineinhalb Jahren diese Transparenz und dass endlich was passiert. Wir haben keine konkreten Zahlen."

Der für Hochbau zuständige LH-Stellvertreter Philip Wohlgemuth (SPÖ) erklärte schriftlich, die vereinbarten Schritte würden umgesetzt. "Entscheidend ist: Die Arbeiten laufen, die Abstimmungen finden statt und die vereinbarten Schritte werden konsequent abgearbeitet", so Wohlgemuth. Für den Standort Universitätsstraße neben der SOWI-Fakultät liegen demnach bereits freigegebene Planungen vor. Dort werde die Modernisierung vom MCI selbst und auf eigene Rechnung umgesetzt. Für den Standort Alte Hauptpost werde derzeit gemeinsam zwischen Eigentümer und MCI ein schrittweises Modernisierungskonzept abgestimmt.

Die Opposition zweifelt dennoch an einer raschen Umsetzung und fordert weiterhin einen Neubau. Für die FPÖ soll das Thema im Landtagswahlkampf 2027 eine Rolle spielen. Der freiheitliche Parteichef Markus Abwerzger kündigte an: "In unserem Programm wird dieser Neubau enthalten sein, weil er aus unserer Sicht wichtig ist."

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