Chemie-KV: Streiks werden ausgeweitet
Auch die siebente Verhandlungsrunde für einen neuen Kollektivvertrag für die rund 50.000 Beschäftigten in der Chemiebranche hat kein Ergebnis gebracht. Nach 14 Stunden wurden die Gespräche zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeber unterbrochen. Ab kommender Woche folgen befristete Streiks im Ausmaß von bis zu acht Stunden in den Betrieben, teilten die Gewerkschaften in der Nacht auf heute mit.
Vorangegangen war eine Woche mit mehreren zweistündigen Warnstreiks, zu denen die Gewerkschaften Pro-Ge und GPA aufgerufen hatten.
"Das neue Angebot der Arbeitgeber liegt bei lediglich 0,5 Prozent plus 300 Euro Einmalzahlung oder zwei Prozent aber erst ab Oktober 2026 bis April 2028. Das würde einer jährlichen Erhöhung von nur 0,79 Prozent entsprechen", erklärten die Verhandlungsleiter der Arbeitnehmer- und Arbeitnehmerinnenseite, Hubert Bunderla (Pro-Ge) und Mario Mayrwöger (GPA), in einer Aussendung.
Um Bewegung in die Verhandlung zu bringen, sei man von der offiziellen Forderung nach einem Lohn- und Gehaltsplus von 3,5 Prozent abgerückt und habe die Forderung auf drei Prozent reduziert.
Die Arbeitgeberseite – vertreten durch den Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) – bedauerte, dass weitere Fortschritte nicht möglich gewesen seien, da die Gewerkschaften am späten Abend die Verhandlungen "aus nicht nachvollziehbaren Gründen" beendet und stattdessen weitere Streiks angekündigt hätten.
Der Kollektivvertrag sollte bereits seit 1. Mai gelten. Es wurde noch kein weiterer Verhandlungstermin fixiert, hieß es.