Champions League: PSG bleibt nach Krimi auf dem Thron
Der Sieger der UEFA Champions League heißt wieder Paris Saint-Germain. Die Franzosen verteidigten am Samstag im Finale gegen Arsenal nach einem 4:3 im Elfmeterschießen den Titel. Nach 120 Minuten war es in Budapest 1:1 gestanden. PSG ist nach Real Madrid erst das zweite Team, das seit der Einführung des neuen Formats 1992 zweimal in Folge triumphiert.
Dabei gelang Arsenal der Traumstart durch Kai Havertz, der in der sechsten Minute bereits für die "Gunners" traf. Nach einem unglücklichen PSG-Klärungsversuch zog der 26-jährige Angreifer auf und davon und bezwang Matwej Safonow aus spitzem Winkel (6.).
Danach lief PSG zunächst erfolgslos an, ehe in der zweiten Hälfte nach einem Foul von Cristhian Mosquera an Kvicha Kvaratskhelia auf Elfmeter entschieden wurde und Ousmane Dembele verwertete (65.).
PSG war daraufhin dem Siegtreffer näher, aber es ging nach einer eher ereignislosen Verlängerung ins Elfmeterschießen. Eberechi Eze und Gabriel verschossen aufseiten der "Gunners", ein gehaltener Versuch von PSG-Spieler Nuno Mendes fiel nicht ins Gewicht. Wie vor einem Jahr in München tanzte Trainer Luis Enrique wieder auf dem Rasen, Arsenal verlor hingegen nach 20 Jahren auch sein zweites CL-Endspiel.
So früh wie noch nie ging ein Finale der Königsklasse über die Bühne, es wurde um drei Stunden auf 18.00 Uhr vorverlegt. Die UEFA wolle so "eine einladende Atmosphäre zu schaffen, die es Familien und Kindern leicht macht, dem größten und wichtigsten Fußballspiel der Saison beizuwohnen". Zudem können die Fans leichter an- und abreisen – und im Anschluss wohl auch noch in Budapest etwas Geld ausgeben.
Einmal mehr auf seine Kosten in einem CL-Finale kam Havertz, auch wenn beim frühen Führungstor Fortuna aufseiten des Stürmers war: PSG-Kapitän Marquinhos schoss bei einem Befreiungsschlag Leon Trossard an, nach dem Abpraller zog Havertz davon und knallte das Leder aus spitzem Winkel über den passiven Matwej Safonow (6.).
Für Havertz war es der zweite Treffer in einem CL-Finale, 2021 schoss er Chelsea gegen Manchester City zum Sieg. Zwei Tore für zwei Clubs in zwei Endspielen gelangen Cristiano Ronaldo (Manchester United, Real Madrid) sowie Mario Mandzukic (Juventus, Bayern München).
Vor allem spielte es Arsenal aber voll in die Karten, kassierten die "Gunners" bis zum Endspiel doch nur sechs Gegentore in der Königsklasse. So entwickelte sich für die 61.400 Zuschauerinnen und Zuschauer in der mächtigen Puskas-Arena in Budapest ein monotones Spiel. PSG zog ein Powerplay auf, Arsenal verteidigte im tiefen Block.
Aber abgesehen von ein paar Abschlüssen aus der Distanz und einem Kopfball von Fabian Ruiz über das Tor ließ Arsenal nicht zu. In der langen Nachspielzeit der ersten Hälfte hatte dann noch Havertz eine weitere Möglichkeit, aber Marquinhos grätschte rein.
Die "Gunners" ließen sich traditionell bei Einwürfen und Eckbällen viel Zeit, kurz vor Ende der ersten Hälfte wurde es dem deutschen Referee Daniel Siebert zu bunt und pfiff vor einem weiteren Corner der Londoner zur Halbzeit ab.
In der zweiten Hälfte plätscherte das Finale vorerst weiter dahin, ein Freistoß von Achraf Hakimi ging zwar auf das Tor, mehr aber auch nicht (55.). Die Franzosen blieben aber weiter am Drücker und hofften auf ihre Chance, die sich ergab: Khvicha Kvaratskhelia zog links in den Strafraum rein und wurde von Cristhian Mosquera zu Fall gebracht.
Der Pfiff hielt der Überprüfung stand, Weltfußballer Dembele übernahm die Verantwortung und traf sicher links unten. Die Pariser Fans zündeten daraufhin so viel Pyrotechnik, dass sich kurzzeitig die Exekutive vor der Tribüne aufbaute. Das Spiel ging aber bald weiter.
Und nun tat Arsenal auch wieder mehr für die Offensive, eröffnete aber auch so Räume. Ähnlich wie beim Treffer von Havertz zog auch Kvaratskhelia über die linke Seite in den Strafraum, sein Abschluss wurde aber noch von Myles Lewis-Skelly an die Stange abgefälscht (77.). Da auch Vitinhas Schuss knapp über die Latte huschte und der pfeilschnelle Bradley Barcola nur das Außennetz traf, ging es erstmals seit zehn Jahren wieder in einem CL-Finale in die Verlängerung.
In dieser passierte lange nichts, ehe Arsenal vehement Elfmeter forderte, nachdem Noni Madueke im Zweikampf mit Nuno Mendes zu Fall kam. Aber Schiedsrichter Siebert ließ weiterlaufen. PSG hatte mehr vom Spiel in der Verlängerung, aber am Ende musste das Finale im Elfmeterschießen entschieden werden. Die Pariser hatten die besseren Nerven und bleiben weiterhin auf Europas Thron sitzen.
UEFA Champions League, Finale.
Samstag:
Budapest, Puskas Arena, 61.400, SR Siebert (GER)
Torfolge:
0:1 Havertz (6.)
1:1 Dembele (65./Elfmeter)
Elfmeterschießen:
1:0 G. Ramos.
1:1 Gyökeres.
2:1 Doue.
2:1 Eze verschießt.
2:1 Mendes – Raya hält.
2:2 Rice.
3:2 Hakimi.
3:3 Martinelli.
4:3 Beraldo.
4:3 Gabriel verschießt.
PSG: Safonow – Hakimi, Marquinhos (106. Zabarnyi), Pacho, N. Mendes – J. Neves, Vitinha (106. Beraldo), F. Ruiz (95. Zaire-Emery) – Doue, Dembele (90.+6 G. Ramos), Kvaratskhelia (83. Barcola)
Arsenal: Raya – Mosquera (66. Timber), Saliba, Gabriel, Hincapie – Rice, Lewis-Skelly (91. Zubimendi) – Saka (83. Madueke), Ödegaard (66. Gyökeres), Trossard (83. Martinelli) – Havertz (91. Eze)
Gelbe Karten: Neves, Mendes bzw. Mosquera, Saka, Gyökeres, Rice.