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Unbemannter Test: Bezos-Rakete auf Startrampe explodiert

Unbemannter Test: Bezos-Rakete auf Startrampe explodiert

Unbemannter Test: Bezos-Rakete auf Startrampe explodiert

Die leistungsstarke Schwerlastrakete "New Glenn" des Raumfahrtunternehmens Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos ist in der Nacht auf Freitag vor einem geplanten Start explodiert. Bei einem Routinetest der unbemannten Rakete auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida war auf einem Livestream eine große Explosion samt riesigem Feuerball zu sehen.

Bei dem Test habe es eine "Unregelmäßigkeit" gegeben, teilte Blue Origin auf der Plattform X mit. "Es werden keine Mitarbeiter vermisst. Sobald wir mehr wissen, werden wir die Informationen weitergeben." Multimilliardär Bezos schrieb auf X, die Untersuchung der Ursache des Unglücks erfolge bereits. "Sehr harter Tag, aber wir werden wieder aufbauen, was auch immer wieder aufgebaut werden muss, und wir werden wieder fliegen. Es lohnt sich", schrieb er.

Die "New Glenn"-Rakete – benannt nach John Glenn (1921–2016), dem ersten Amerikaner, der die Erde in einem Raumschiff umkreiste – hatte es beim Erstflug im Jänner 2025 direkt ins All geschafft. Beim zweiten Flug rund zehn Monate später brachte die Rakete zwei Marsorbiter der US-Raumfahrtbehörde NASA ins All. Auch der dritte Start im April verlief erfolgreich, allerdings wurde danach ein Satellit auf eine falsche Umlaufbahn gebracht.

Bei dem Test vor dem geplanten vierten Start der "New Glenn" sollten die Triebwerke gezündet werden, die Rakete aber auf dem Boden bleiben. Der Start war Medienberichten zufolge ursprünglich frühestens in der kommenden Woche geplant gewesen. Die Rakete sollte 48 Satelliten für das Satelliteninternetsystem von Amazon ins All bringen.

Mit der "New Glenn" will Blue Origin dem Unternehmen SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk Konkurrenz machen, das aktuell die kommerzielle Raumfahrt dominiert. Die Explosion ist dabei ein großer Rückschlag. "Äußerst bedauerlich", kommentierte Konkurrent Musk auf der Plattform X ein Video der Explosion. "Raketen sind schwierig."

Die NASA werde eine Untersuchung des Vorfalls unterstützen und dann über mögliche Auswirkungen auf eigene Programme informieren, schrieb NASA-Chef Jared Isaacman auf X. Die NASA arbeitet bei ihrem Mondprogramm mit Blue Origin zusammen und ist mehr denn je auf die Kooperation mit privaten Unternehmen angewiesen.

Erst am Dienstag hatte die Raumfahrtbehörde Details der Pläne für eine dauerhafte Mondbasis präsentiert, mit welcher der neue Wettlauf zum Mond – diesmal vor allem mit China – entschieden werden soll. Die USA seien "gekommen, um zu bleiben", hieß es bei der Veranstaltung. Für Dutzende Missionen sollen Landefähren, Mondrover und auch Drohnen zum Einsatz kommen.

Die Mondbasis soll in drei Phasen entstehen, die erste beginnt heuer und soll im besten Fall 2029 abgeschlossen sein. Alleine in diesem Jahr soll es dafür noch drei unbemannte Missionen zum Mond geben, an der dritten soll auch die Europäische Weltraumorganisation (ESA) beteiligt sein.

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