KI-Programme für Private im Vergleich
Immer mehr Vorarlbergerinnen und Vorarlberger nutzen KI-Programme auch privat: Zum Beispiel für Einladungstexte, um die Urlaubsplanung zu machen oder Gesundheitsfragen zu stellen. Allgegenwärtig ist dabei das amerikanische KI-Programm Chat-GPT, doch auch die europäische Variante Le Chat kommt immer mehr ins Spiel.
ChatGPT und Le Chat sind zwei prominente KI-Systeme, die laut KI-Experten unterschiedliche Ansätze verfolgen. ChatGPT von OpenAI ist bekannt für seine Vielseitigkeit und umfassenden Funktionen. Le Chat von Mistral positioniere sich als europäische Alternative und sorge mit seiner schnellen und fokussierten Arbeitsweise für Aufsehen, sagt Mathias Hummel, der in seiner Vorarlberger Firma täglich mit KI zu tun hat, gegenüber dem ORF Vorarlberg.
ist ein führendes US-amerikanisches Forschungsunternehmen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI), das 2015 gegründet wurde. Ziel des Unternehmens sei es, eine sichere und nützliche Künstliche Allgemeine Intelligenz (AGI) zu entwickeln, die der gesamten Menschheit zugutekommt.
ChatGPT bietet viele Funktionen an. Es kann Texte schreiben, Dokumente analysieren, Bilder erstellen, bei der Erstellung von Programm-Code unterstützen und komplexe Fragestellungen bearbeiten. Es sei besonders geeignet für längere Dokumente und analytische Aufgabenstellungen, sagt Hummel.
Le Chat, entwickelt von Mistral in Frankreich, sei für Anwender geeignet, die schnelle und fokussierte Antworten suchen. Es zeichnet sich durch eine schlankere und schnellere Benutzeroberfläche aus und ist ideal für die Bearbeitung von Texten und einfachen Recherchen, sagt Hummel.
Der Preisunterschied zwischen Mistral und ChatGPT ergibt sich laut Hummel aus dem jeweiligen Geschäftsmodell und dem Funktionsumfang. Während Le Chat günstiger anbietet und den Fokus auf Produktivität und europäische Nutzung legt, biete ChatGPT ein umfassendes "Ökosystem" an, sagt Hummel. Viele Nutzer bevorzugen ChatGPT aufgrund seiner Bekanntheit und Vielseitigkeit. Als marktführendes KI-System habe sich OpenAI einen Wettbewerbsvorteil durch das breite Angebot verschiedener Anwendungen und Integrationen geschaffen.
ist ein französisches Softwareunternehmen, das sich mit künstlicher Intelligenz (KI, englisch Artificial Intelligence, kurz AI) beschäftigt.
Mistral wirbt mit der Sicherheit personenbezogener Daten, die in Europa bleiben. Als französisches Unternehmen unterliegt es dem europäischen Datenschutzrecht, was für viele Unternehmen eine wichtige Rolle spiele, so Hummel weiter. Europäische Firmen bevorzugten oft Systeme, die mit ihren Datenschutzstandards und Compliance-Richtlinien konform sind. ChatGPT, ein US-Produkt, biete zwar unterschiedliche Vertrags- und Datenschutzoptionen, doch das Vertrauen europäischer Firmen in US-amerikanische Datenschutzregelungen sei eingeschränkt, so Hummel.
OpenAI bleibe derzeit technisch führend, doch Mistral müsse nicht überall besser sein, so der KI-Experte. Es habe Stärken in Effizienz und Anpassbarkeit. Europa brauche starke KI-Anbieter, um unabhängiger von amerikanischen und chinesischen Technologien zu werden. Mistrals Zusammenarbeit mit dem französischen Militär unterstreicht laut Hummel das Interesse an einer starken europäischen KI-Entwicklung zur Sicherung der digitalen Souveränität.
Neben ChatGPT und Le Chat gibt es weitere spezialisierte KI-Lösungen wie Perplexity für Recherchen, Claude für Textarbeit und Programmierung oder Microsoft Copilot für Office-Integration. Der Trend gehe hin zu KI-Agenten, die Aufgaben autonom übernehmen. Die Wahl des passenden Werkzeugs hänge vor allem von den spezifischen Anforderungen ab, so Hummel.