Niederlage für Musk: US-Jury weist Klage gegen OpenAI ab
Der US-Multimilliardär Elon Musk hat im Prozess gegen den ChatGPT-Entwickler OpenAI und dessen Chef Sam Altman eine Niederlage erlitten. Die Geschworenen des Gerichts im kalifornischen Oakland kamen am Montag zu dem Schluss, dass Musk erst nach Ablauf der Verjährungsfrist vor Gericht gezogen war. Richterin Yvonne Gonzalez Rogers urteilte entsprechend.
Musk verlangte unter anderem Schadenersatz in Höhe von bis zu 134 Milliarden Dollar (umgerechnet 114 Milliarden Euro), die Absetzung von Altman und Topmanager Greg Brockman sowie die Rückumwandlung des Unternehmens in eine rein gemeinnützige Organisation. Der Tech-Milliardär, ein früherer Geldgeber von OpenAI, warf Altman und Brockman vor, sie hätten "eine wohltätige Organisation gestohlen".
Um diesen Vorwurf ging es zentral in dem elftägigen Prozess in Oakland. Am Ende entscheidend war aber der Zeitpunkt von Musks Klage im Jahr 2024. Er hatte die Unterstützung von OpenAI bereits 2020 vollständig eingestellt und konnte die Geschworenen nicht überzeugen, dass er erst später Verdacht über das Verhalten seiner einstigen Mitstreiter geschöpft habe. In Kalifornien verjähren solche Vorwürfe nach drei Jahren.
Die Geschworenen hatten in dem Verfahren zwar eigentlich nur eine beratende Rolle. Richterin Gonzalez Rogers hatte aber schon vorab angekündigt, dass sie deren Entscheidung zur Verjährungsfrist folgen werde. Entsprechend legten sich die Geschworenen auch gar nicht erst zum Kern von Musks Vorwürfen fest.
Das Unternehmen wurde 2015 von Altman, Musk und anderen als gemeinnützige Einrichtung zur Forschung zu künstlicher Intelligenz (KI) gegründet. Musk verließ den Verwaltungsrat 2018. Ein Jahr später kam eine gewinnorientierte Tochter hinzu, um Milliardeninvestitionen von Microsoft und anderen Geldgebern einzusammeln.
Musk warf Altman und dem Verwaltungsratsvorsitzenden Brockman vor, ihn dazu manipuliert zu haben, 38 Millionen Dollar zu spenden, und das Start-up hinter seinem Rücken zu einer persönlichen "Gelddruckmaschine" umgebaut zu haben. Er bezeichnete das Vorgehen als "Diebstahl einer Wohltätigkeitsorganisation".
OpenAI bestritt das und erklärte, Musk habe die Gewinnorientierung zunächst selbst vorangetrieben und erst geklagt, als er mit dem Plan gescheitert sei, an die Spitze des Unternehmens aufzurücken. OpenAI betonte zudem, dass der Non-Profit-Kern weiterhin die Kontrolle habe. Ohne eine zusätzliche auf Gewinn ausgerichtete Firma wäre es unmöglich gewesen, die nötigen Milliardeninvestitionen zu heben, argumentierte OpenAI.
Musks Anwalt behielt sich nach dem Urteil am Montag vor, in Berufung zu gehen. Richterin Gonzalez Rogers dämpfte jedoch die Erfolgsaussichten, da die Frage der Verjährung eine Tatsachenentscheidung sei.
Das Urteil fällt jedenfalls in eine entscheidende Phase für die KI-Branche. OpenAI bereitet sich auf einen möglichen Börsengang vor, der das Unternehmen mit einer Billion Dollar bewerten könnte. Einem Microsoft-Manager zufolge hat der Softwarekonzern bereits mehr als 100 Milliarden Dollar in die Partnerschaft mit OpenAI gesteckt. Zugleich rüstet auch Musk auf: Seine KI-Firma xAI gehört inzwischen zu seinem Raumfahrtunternehmen SpaceX, das ebenfalls vor einem Börsendebüt steht.