Giro d'Italia: Regen bringt Chaos in zweite Etappe
Die zweite Etappe des 109. Giro d'Italia war nichts für schwache Nerven. Denn Regen in Bulgarien sorgte für teils chaotische Verhältnisse. 23 Kilometer vor dem Ziel in Weliko Tarnowo kamen gleich mehrere Fahrer auf der regennassen Straße zu Sturz. Von den drei Österreichern war allerdings keiner betroffen. Im Kampf um den Tagessieg schrieb Guillermo Thomas Silva aus Uruguay ein neues Kapitel Radsportgeschichte.
Nachdem bereits die erste Etappe am Freitag von einem Massensturz im Zielsprint überschattet worden war, mussten auch diesmal mehrere Athleten unfreiwillig und schmerzhaft vom Rad. Prominentestes Opfer war der Brite Adam Yates, der sich blutige Blessuren im Gesicht zuzog. Am schlimmsten erwischte es aber den Australier Jay Vine, der ins Spital transportiert werden und den Giro beenden musste.
Die Etappe wurde daraufhin für einige Kilometer neutralisiert. Nach dem Neustart attackierte Visma-Kapitän Vingegaard im letzten längeren Anstieg, nur Pellizzari (Red Bull) und Lennert van Eetvelt (Lotto) konnten folgen. Das zwischenzeitlich 20 Sekunden führende Trio wurde aufgrund von taktischen Spielchen 300 m vor dem Ziel von den 30 Verfolgern um Gall aber wieder eingeholt.
Am Ende kam es nach 221 Kilometern von Burgas nach Weliko Tarnowo erneut zum Sprint, bei dem Silva knapp vor dem Deutschen Florian Stork und dem Italiener Giulio Cicconed die Nase vorn hatte. Es war der erste Etappensieg bei einer Grand Tour für einen Fahrer aus Uruguay. Damit übernahm Silva auch das Rosa Trikot des Gesamtführenden vom französischen Auftaktsieger Paul Magnier.
Felix Gall kam mit der Spitzengruppe als 30., Gregor Mühlberger und Tobias Mayer mit dem Hauptfeld dahinter ins Ziel. Am Sonntag erreicht der Giro-Tross die bulgarische Hauptstadt Sofia. Nach 175,2 Kilometern ist mit einem Massensprint zu rechnen. Dafür müssen die Sprinter aber vorher den Borovez-Pass, einen Berg der zweiten Kategorie, meistern. Nach einem Ruhetag wird der Giro dann am Dienstag in Italien fortgesetzt.