Fußball: Chaos bei Real Madrid vor "Clasico"
Real Madrid steht vor einer Saison ohne Titel. Ausgerechnet vor dem "Clasico" am Sonntag (21.00 Uhr) gegen den FC Barcelona, in dem sich der Erzrivale schon mit einem Remis den Gewinn der Meisterschaft sichern könnte, regiert bei den "Königlichen" das Chaos. Medien berichteten von einer Kabinenschlägerei zwischen Federico Valverde und Aurelien Tchouameni. Während Real von einem Schädel-Hirn-Trauma beim Uruguayer berichtete, dementierte Valverde eine Handgreiflichkeit und schrieb von einer kleinen Schnittwunde.
Besonders wichtig war Valverde eine Klarstellung. Der 27-Jährige betonte, sein Teamkollege Tchouameni habe ihn nicht geschlagen und er ihn auch nicht. "Während des Streits stieß ich versehentlich mit der Stirn gegen einen Tisch und zog mir dabei eine kleine Schnittwunde zu, die einen Routinebesuch im Krankenhaus erforderte", schrieb Valverde auf Instagram. Der Franzose Tchouameni äußerte sich bisher nicht zu der Fehde.
Valverde bedauerte den Vorfall. "Es tut mir leid. Es tut mir wirklich leid, denn die Situation schmerzt mich, der Moment, den wir durchmachen, schmerzt mich", fügte der Uruguayer hinzu und beklagte, dass jemand den Vorfall sofort den Medien gesteckt habe. "In einer normalen Kabine kommen solche Dinge vor und werden intern geklärt, ohne an die Öffentlichkeit zu gelangen. Offensichtlich steckt jemand dahinter, der die Geschichte schnell verbreitete", sagte Valverde.
Spanische Sportmedien hatten zuvor von einer blutenden Platzwunde am Kopf berichtet, die von Ärzten noch an Ort und Stelle habe genäht werden müssen. Real teilte unterdessen mit, Valverde habe ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten und werde sich zehn bis 14 Tage erholen müssen. Intern hätten den Vorfall mehrere Spieler des Teams von ÖFB-Star David Alaba als den schwerwiegendsten bezeichnet, den es je auf dem Trainingsgelände gegeben habe, schrieb die Sportzeitung "Marca".
Valverde habe Tchouameni zunächst den Handschlag verweigert. Das habe zu einer sehr feindseligen Trainingseinheit geführt, die in einer heftigen Auseinandersetzung in der Kabine gegipfelt habe. Schon am Mittwoch sollen die beiden im Training aneinandergeraten sein.
Real bestätigte, dass ein Disziplinarverfahren gegen beide Spieler eingeleitet wurde. Welche Konsequenzen über die beiden Spieler verhängt werden, ist noch nicht klar. "Der Verein wird zu gegebener Zeit über die Entscheidungen in beiden Fällen informieren, sobald die entsprechenden internen Verfahren abgeschlossen sind."
Bei Barcelona sieht man dem Treiben beim großen Rivalen seelenruhig zu. Seine jüngsten zehn Ligapartien hat der überlegene Spitzenreiter allesamt gewonnen, der elfte Streich wäre gleichbedeutend mit der 29. Meisterschaft, der zweiten in Folge und der dritten in den vergangenen vier Saisonen.
Kapitän Raphinha ist schon voller Vorfreude. "Für mich ist es das Wichtigste, die Liga zu gewinnen. Und wenn das gegen Real gelingt, umso besser", sagte der Brasilianer. Während Raphinha nach überstandener Muskelblessur wieder zur Verfügung steht, muss Coach Hansi Flick weiter auf seinen Topstar verzichten. Lamine Yamal laboriert an einer Oberschenkelverletzung.