Hasenhüttl über Hantavirus: "Wie Nadel im Kopf"
Der österreichische Fußballtrainer Ralph Hasenhüttl, der von 2018 bis 2022 den englischen Club Southampton betreute, hat mit dem britischen "Mirror" erstmals darüber gesprochen, wie ihn eine Infektion mit dem Hantavirus 2012 beinahe das Leben gekostet hätte.
Nach einem aktuellen Ausbruch des Hantavirus auf dem niederländischen Kreuzfahrtschiff "Hondius" im Atlantik sind in den letzten Tagen drei Menschen gestorben. Das Schiff war unterwegs von Argentinien nach Kap Verde. Das Schiff ist noch unterwegs und der Fall sorgt international für Aufsehen.
Nach einer Mountainbike-Tour in einem Trainingslager habe er sich zunächst schwach gefühlt, so Hasenhüttl. Kurz darauf habe er massive Schmerzen bekommen. "Es war, als würde mir eine Nadel in den Kopf gestochen." Wenig später kamen weitere Schmerzen hinzu: "Als hätte ich ein Messer im Rücken."
Als sein Gewicht schwankte und seine Nieren schwächer wurden, wurde Hasenhüttl von seinen Ärzten gewarnt, dass es keine sofortige Heilung gäbe. "Man muss warten, bis der Körper Antikörper bildet und dann hoffen, zu überleben", erklärte er. Seine Organe seien damals angeschwollen gewesen, Leber und Nieren hätten auf andere Organe gedrückt, erinnerte sich der derzeit vereinslose Hasenhüttl am Donnerstag im Interview mit der englischen Zeitung.
"Ich versuchte, die negativen Gedanken zu verdrängen, weil ich mich jung, gesund und stark fühlte. Ich dachte: ‚Warum sollte ich an einem Virus sterben?'", wurde Hasenhüttl, der letztlich zwei Wochen auf einer Intensivstation verbrachte, von dem Blatt zitiert.
Nach eigenen Angaben dürfte sich Hasenhüttl beim Reinigen seiner Terrasse angesteckt haben – vermutlich, weil er virenhaltigen Staub einatmete. Das Hantavirus kann durch Ausscheidungen von Nagetieren wie beispielsweise Mäusen oder Ratten auf den Menschen übertragen werden.