Rattengift in Hipp-Gläsern: Polizei nahm Verdächtigen fest
Im Fall des Erpressungsversuchs gegen den deutschen Babykosthersteller Hipp ist am Samstag ein Verdächtiger festgenommen worden. Es handelt sich um einen 39-jährigen Mann, wie die Landespolizeidirektion Burgenland bekanntgab. Details zum Festnahmeort oder zur Herkunft des Mannes wurden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht genannt.
Beamte des Landeskriminalamts Burgenland nahmen mit Unterstützung des Bundeskriminalamts einen tatverdächtigen Mann fest, hieß es in einer Aussendung am Samstagnachmittag. Laut Bericht der "Krone" habe die Festnahme in Salzburg stattgefunden.
Der Verdächtige wird laut Polizei aktuell noch befragt, daher wurden keine Details zu seiner Person, zu den Umständen der Festnahme oder zu den weiteren Ermittlungsschritten bekanntgegeben, erklärte der Sprecher der Landespolizeidirektion, Helmut Marban.
Das Landeskriminalamt Burgenland führte unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Eisenstadt seit zwei Wochen Ermittlungen im Zusammenhang mit vergifteter Babynahrung durch. Ein Glas, das in einem Supermarkt in Eisenstadt gekauft worden war, wurde am 18. April sichergestellt, dieses hatte 15 Mikrogramm Rattengift enthalten.
Noch muss geklärt werden, welche Folgen ein Verzehr für ein Baby gehabt hätte. Konkret geht es um die Auswirkungen, die die Dosis auf den Körper eines Kleinkindes gehabt hätte und ob diese tödlich hätte sein können.
Ermittelt wird wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung und versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung. Allerdings müsse noch das Gutachten über die Toxizität der Menge im sichergestellten Glas abgewartet werden.
Ein zweites Glas, das in derselben Spar-Filiale in Eisenstadt verkauft und ebenfalls mit Rattengift manipuliert worden sein soll, ist noch nicht aufgetaucht, hieß es zudem am Samstag. In Österreich, Tschechien und der Slowakei wurden bisher insgesamt fünf manipulierte Babynahrungsgläser vor dem Verzehr sichergestellt.
Die deutschen Behörden ermitteln in dem Fall wegen des Verdachts der versuchten Erpressung des Babykostherstellers. Der Rückruf der Hipp-Produkte bei Spar war in der Nacht auf 18. April öffentlich geworden. Hinweise hatte es konkret zum Artikel Hipp "Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel 190 Gramm" gegeben. Vorsorglich nahmen auch andere Supermärkte das Produkt aus dem Verkauf.