Unfallgefahr durch schlecht gesicherte Möbel
Gerade im eigenen Zuhause lauern für kleine Kinder Gefahren, die viele Eltern unterschätzen. Vergangene Woche musste ein Zweijähriger auf die Intensivstation, nachdem er von einem umstürzenden Kasten getroffen wurde.
Der zweijährige Bub spielte in der Wohnung, erkundete die Umgebung und zog sich an einem Schuhschrank hoch. Doch dieser war nicht gesichert, kippte nach vorne und fiel auf das Kind. Laut Notarzt Christian Göschke, der als Flugretter innerhalb weniger Minuten nach dem Unfall vor Ort war, wurde das Kind schwer am Kopf verletzt. Unfälle mit Kleinkindern seien für die gesamte Einsatzcrew eine Herausforderung, "weil einen solche Unfälle natürlich auch emotional belasten und man das teilweise mit nach Hause nimmt."
Es sind oft nur Sekunden, die aus einem harmlosen Moment einen schweren Unfall machen. Laut Statistik wird in Österreich alle vier Minuten ein Kind nach einem Unfall ins Krankenhaus gebracht. Etwa die Hälfte davon passiert im eigenen Haushalt. Für Mediziner ist deshalb Prävention entscheidend, so Oberarzt Christoph Arneitz vom ELKI Klagenfurt: "Wir haben im Jahr in Österreich ca. 300 schwere Unfälle, wo Kästen auf Kinder stürzen. Diese können mit schweren Verletzungen hergehen und mitunter sogar tödlich enden."
Eltern sollten ihre Wohnung regelmäßig auf mögliche Gefahrenquellen hin überprüfen. Oft reichen schon einfache Maßnahmen aus, etwa Möbel an der Wand zu sichern, Regale zu befestigen oder schwere Gegenstände außer Reichweite zu bringen. Laut Arneitz würden die größten Gefahren von ungesicherten Möbeln, scharfen Ecken und Kanten, sowie Elektrizität ausgehen: "Das alles hat eine gewisse Anziehungskraft, so wie der Herd und das heiße Wasser. Man kann sich hier Tipps bei unserem Verein ‚Große schützen Kleine' holen, wo wir auf solche Gefahrenstellen eben hinweisen."
Im Fall des zweijährigen Buben gibt es inzwischen aber Entwarnung. Er konnte bereits auf die Normalstation verlegt werden und ist laut den Ärzten auf dem Weg der Besserung.