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Kommunalwahlen in Palästinensergebieten: Wenig Andrang

Kommunalwahlen in Palästinensergebieten: Wenig Andrang

Kommunalwahlen in Palästinensergebieten: Wenig Andrang

Erstmals seit dem Gaza-Krieg haben die Menschen im Westjordanland und in einem zentralen Teil des Gazastreifens in Kommunalwahlen ihre Stadtspitzen und Gemeinderäte neu bestimmt. Die Wahlbeteiligung war zunächst niedrig: Heute Mittag hatte laut Wahlkommission knapp jeder vierte Berechtigte seine Stimme abgegeben. Im von Israel besetzten Westjordanland waren fast 1,5 Millionen Menschen zur Stimmabgabe aufgerufen, wie die zentrale Wahlkommission in Ramallah mitteilte.

In Deir el-Balah im Gazastreifen waren 70.000 Menschen an die Urnen gerufen. Die Kandidaten der meisten Wahllisten standen der säkular-nationalistischen Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas nahe oder waren unabhängig. Die im Gazastreifen regierende und mit der Fatah im Westjordanland rivalisierende Hamas hatte keine Wahllisten aufgestellt.

In vielen Städten im Westjordanland wurde nur eine Liste eingereicht. Einige potenzielle Kandidaten gaben an, sie hätten sich nicht aufstellen lassen können.

Im seit mehr als 20 Jahren von der Hamas kontrollierten Gazastreifen war es der erste Urnengang seit der Parlamentswahl von 2006, aus welcher die radikalislamische Gruppe als Sieger hervorgegangen war. Die Palästinensische Autonomiebehörde halte im Gazastreifen Wahlen zunächst lediglich in Deir el-Balah "als Experiment" ab, "um den eigenen Erfolg oder Misserfolg zu testen, da es keine Meinungsumfragen aus der Zeit nach dem Krieg gibt", sagte Dschamal al-Fadi, Politikwissenschaftler an der Al-Aschar-Universität in Kairo, zur Nachrichtenagentur AFP.

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