Backup ohne Cloud: Datensicherung mit dem Smartphone
Viele Fotos und wichtige Dateien liegen heute noch nur auf dem Smartphone. Ein Defekt, Verlust oder Diebstahl kann schnell alles zunichtemachen. Wer seine Daten sichern will, muss dabei nicht zwingend auf große Cloudanbieter setzen – es gibt auch einfache, lokale Alternativen.
Jedes Jahr am 31. März erinnert der "World Backup Day" daran, wie wichtig Datensicherungen sind. Denn während Programme oder Apps meist wieder installiert werden können, seien persönliche Fotos, Videos oder Dokumente oft unwiederbringlich verloren, erklärt Steffen Herget vom Computermagazin c't. Gerade Smartphones seien besonders anfällig: Sie werden ständig genutzt, gehen leichter verloren und enthalten oft das gesamte digitale Leben.
Am bequemsten funktioniert die Sicherung nach wie vor über die Cloud. Beim iPhone werden Daten automatisch in der iCloud gespeichert, Android-Geräte sichern Einstellungen, Apps und Kontakte standardmäßig über Google-Dienste. Einmal eingerichtet, laufe das Backup im Hintergrund, so Steffen Herget.
Auch wer Bedenken hat, könne laut Herget auf alternative Anbieter ausweichen. Dienste wie Proton Drive, Tresorit oder pCloud böten ähnliche Funktionen, setzten aber stärker auf Datenschutz. Die Sicherung funktioniere dort ebenfalls automatisch im Hintergrund, sobald die entsprechende App eingerichtet ist.
Wer keine Cloud nutzen möchte, kann seine Daten klassisch sichern – per Kabel auf den Computer. Sowohl Android- als auch Apple-Geräte lassen sich per USB verbinden und wie ein externes Laufwerk auslesen. Fotos und Dateien können dann einfach auf den Rechner kopiert werden.
Das sei zwar unkompliziert, müsse aber aktiv durchgeführt werden, so Steffen Herget. Je nach Datenmenge könne das einige Zeit in Anspruch nehmen, werde im Alltag aber häufig vergessen.
Eine Alternative zum Computer ist die Sicherung direkt auf externe Speichermedien. Moderne Smartphones unterstützen USB-OTG-Verbindungen. Damit lassen sich USB-Sticks oder externe Festplatten direkt anschließen.
Das Gerät erkenne den Speicher wie ein zusätzliches Laufwerk, erklärt Steffen Herget. Dateien könnten direkt übertragen werden, allerdings ist die Bedienung am Smartphone etwas umständlicher als am Computer, sagt Herget, da man mit den generell kleineren Touch-Display bedienen muss.
Wer mehrere Geräte nutzt oder Daten zentral verwalten möchte, kann auf ein NAS-System setzen. Dabei handelt es sich um Netzwerkspeicher im Heimnetzwerk, die von verschiedenen Geräten erreichbar sind.
Diese könnten laut Steffen Herget wie eine private Cloud funktionieren und sogar automatische Sicherungen ermöglichen. Für technisch weniger versierte Nutzerinnen und Nutzer seien solche Systeme jedoch meist zu aufwendig in der Einrichtung.
Ein Backup ist nur dann sinnvoll, wenn es vollständig ist. Häufig würden wichtige Daten vergessen, etwa Dateien im Download-Ordner oder Medien aus Messenger-Diensten wie WhatsApp oder Signal, sagt Steffen Herget. Diese liegen oft nicht im klassischen Fotoordner.
Auch technische Probleme könnten auftreten – etwa wenn ein Computer während der Sicherung in den Energiesparmodus wechselt. Deshalb sei es wichtig, Backups anschließend zu überprüfen: Stimmen die Datenmengen ungefähr überein? Lassen sich einzelne Dateien öffnen?
Unabhängig von der gewählten Methode gilt: Ein Backup sollte regelmäßig erfolgen. Steffen Herget empfiehlt, sich dafür fixe Termine zu setzen – etwa wöchentlich oder monatlich.
Eine einfache Strategie könne schon ausreichen: ein externes Speichermedium und eine regelmäßige Sicherung. So lasse sich das Risiko eines Datenverlusts deutlich reduzieren – auch ohne großen technischen Aufwand.