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Sepp Hochreiter: „KI kann denkfaul machen“

Sepp Hochreiter: „KI kann denkfaul machen“

Sepp Hochreiter: "KI kann denkfaul machen"

Künstliche Intelligenz ist längst Teil unseres Alltags, ob im Job, beim Lernen oder im privaten Gebrauch. Geht es nach der Regierung, soll sie auch fixer Bestandteil im Schulunterricht werden. Eine Schlüsselrolle in der Entwicklung von KI spielt der Forscher und Leiter des Instituts für Machine-Learning an der Johannes Kepler Universität in Linz Sepp Hochreiter.

Dass KI heute so leistungsfähig ist, hat auch mit einem Oberösterreicher zu tun: Sepp Hochreiter. Der Informatiker und KI-Forscher hat mit der sogenannten LSTM-Technologie Maschinen ein "Gedächtnis" gegeben. Damit können Computer Informationen über längere Zeit speichern und verarbeiten. Laut Hochreiter sollten die Grundprinzipien der künstliche Intelligenz schon in der Schule unterrichtet werden.

Seine Entwicklung war ein Durchbruch. Systeme verstehen dadurch Zusammenhänge besser – etwa bei Sprache oder Texten. Genau das macht viele Anwendungen möglich, die heute selbstverständlich sind: Sprachassistenten, automatische Übersetzungen oder intelligente Suchfunktionen. Die Technologie von Hochreiter wird heute von den größten Unternehmen der Welt genutzt – darunter Amazon, Google und Facebook – und sie steckt mittlerweile in fast jedem Smartphone, etwa in der Sprachsteuerung "Siri".

Doch die rasante Entwicklung hat auch ihre Schattenseiten. KI kann gezielt missbraucht werden, etwa zur Verbreitung von Falschinformationen. Diese sind oft täuschend echt gemacht und für viele kaum mehr von echten Inhalten zu unterscheiden.

Gerade deshalb wird der Umgang mit künstlicher Intelligenz immer wichtiger, nicht nur im Alltag, sondern künftig wohl auch im Klassenzimmer. Wie das funktionieren kann, darüber spricht Isabella Köck mit Sepp Hochreiter in "Auf ein Wort".

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