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„Nicht im öffentlichen Interesse“: London verweigert Kanye West Einreise

„Nicht im öffentlichen Interesse“: London verweigert Kanye West Einreise

"Nicht im öffentlichen Interesse": London verweigert Kanye West Einreise

Die britische Regierung hat heute US-Rapper Kanye West die Einreise nach Großbritannien verweigert. Seine Anwesenheit sei nicht im öffentlichen Interesse, wurde der Schritt laut BBC begründet. Im Vorfeld war es zu Kontroversen über seine Buchung als Headliner beim Wireless-Musikfestival in London gekommen. Die Organisatoren bestätigten inzwischen das Einreiseverbot und teilten mit, dass das gesamte dreitägige Festival im Juli abgesagt werde. West hatte in den vergangenen Jahren wiederholt mit antisemitischen Äußerungen empört.

Nach der Ankündigung seines Auftritts waren in Großbritannien Forderungen nach einem Einreiseverbot laut geworden, unter anderem von der Aktivistengruppe Campaign Against Antisemitism. Premierminister Keir Starmer hatte die Planung als "zutiefst besorgniserregend" bezeichnet. Sponsoren hatten sich von dem Festival zurückgezogen.

West hatte im vergangenen Jahr ein Lied mit dem Titel "Heil Hitler" veröffentlicht. Anfang 2026 hatte er im "Wall Street Journal" um Entschuldigung gebeten. "Ich bin weder ein Nazi noch ein Antisemit", schrieb der Ex-Ehemann von Kim Kardashian und führte seine früheren Äußerungen auf eine bipolare Störung zurück.

Kurz vor der Entscheidung des Innenministeriums hatte er seinen Wunsch übermittelt, sich mit der jüdischen Gemeinde in London zu treffen. "Ich weiß, dass Worte nicht ausreichen", hatte der 48-Jährige in einer Stellungnahme gesagt. Er müsse durch Taten zeigen, dass er sich verändert habe. Er habe die Diskussion verfolgt, sagte West.

"Mein einziges Ziel ist es, nach London zu kommen und ein Zeichen des Wandels zu setzen – indem ich durch meine Musik Einheit, Frieden und Liebe vermittle." Er wäre "dankbar für die Möglichkeit", sich persönlich mit Mitgliedern der jüdischen Gemeinschaft im Vereinigten Königreich zu treffen. "Um zuzuhören", sagte der Rapper, der mittlerweile unter dem Namen Ye firmiert.

Das Wireless Festival sollte vom 10. bis zum 12. Juli im Finsbury Park ausgerichtet werden. Ye war für alle drei Abende als Headliner geplant. Die Entscheidung zur Absage fiel nicht einmal eine Stunde, nachdem erste Medien über die Einreiseverweigerung berichtet hatte. In den vergangenen Tagen war er weiterhin als Headliner aufgeführt worden.

Die Organisatoren hatten die Buchung des Rappers zuvor verteidigt. Was er in der Vergangenheit über Juden und Hitler gesagt habe, "ist für mich genauso abscheulich wie für die jüdische Gemeinschaft, den Premierminister und andere, die sich dazu geäußert haben – und, wenn man ihn beim Wort nimmt, inzwischen auch für Ye selbst", hatte Melvin Benn, Geschäftsführer von Festival Republic, in einer Stellungnahme an die Nachrichtenagentur PA geschrieben. Die Musik des Rappers werde in Großbritannien im Radio gespielt und sei über Livestreams und Downloads verfügbar.

Als Reaktion auf die Erklärung der Organisatoren sagte ein Sprecher von Campaign Against Antisemitism: "Wie konnte es dazu kommen? Anscheinend wurden zum Zeitpunkt der Buchung ‚keine Bedenken' hinsichtlich Kanye West geäußert. Wen haben sie denn konsultiert? Eine Wand? Das passiert, wenn man nur mit denjenigen spricht, die davon profitieren."

Und: "Es ist schön, dass Wireless jetzt sagt: ‚Antisemitismus in all seinen Formen ist abscheulich', während der Festivalveranstalter noch vor wenigen Stunden sagte, wir müssten Kanye alle verzeihen, dass er sich erst kürzlich als vollwertiger Nazi bezeichnet hat." Gegen Wests Europatournee hatte sich zuvor bereits in Frankreich Widerstand geregt. Der Bürgermeister von Marseille hatte den Rapper als "nicht willkommen" bezeichnet.

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