Mit "Foodsharing" Lebensmittel retten
Im Schnitt wirft ein Vorarlberger Haushalt pro Jahr rund elf Kilo genießbare Lebensmittel in den Müll. Etwa zehn Prozent der vermeidbaren Lebensmittelabfälle entstehen im Handel. Die Initiative "Foodsharing" will dieser Verschwendung gezielt entgegenwirken, indem sie Lebensmittel rettet und weiter verteilt.
Insgesamt sind in Vorarlberg rund 60 "Foodsharer" aktiv. Gemeinsam retten sie in 17 Betrieben Lebensmittel. "Wir stellen uns vor und erklären, dass wir gegen Lebensmittelverschwendung kämpfen und dass wir eben anbieten, mitzunehmen, was sonst in die Tonne fallen würde", sagt Pascal Schmidt von der Initiative "Foodsharing Vorarlberg". Trotzdem würde man anderen den Vortritt lassen, etwa den Tafeln, zu denen auch der Verein "Tischlein deck dich" gehört.
Anders als bei einem normalen Einkauf im Supermarkt liegt die Verantwortung für die Lebensmittel bei den "Foodsharern". Diese absolvieren eine kurze Ausbildung über die "Foodsharing"-Plattform. "Ganz wichtig ist hier die Hygieneschulung und wenn wir dann beim Supermarkt die Abholung machen, wissen sie dass da Vertrauen da ist. Wir verkaufen die Produkte niemals, wir sorgen einfach dafür, dass sie gegessen werden", betont Schmidt. Für den Lebensmittelhandel sei dies ein "schöner Effekt", schließlich gebe es weniger Müll.
Bleibt selbst nach der Verteilaktion etwas übrig, so landet das in einem der Offenen Kühlschränke. Seit sieben Jahren gibt es diese, in Vorarlberg sind sie an 15 verschiedenen Standorten zu finden. Sie stehen in alten Telefonzellen, vor Schulen oder sogar in Bibliotheken. Das Prinzip ist einfach: Jede und jeder kann Lebensmittel in die Kühlschränke legen oder mitnehmen. Die Nutzung ist kostenlos.
Erlaubt sind frische und genießbare Lebensmittel, wie Ernteüberschüsse oder selbst Eingekochtes, das sauber beschriftet ist. Auch Produkte mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum dürfen abgegeben werden, nicht aber solche mit überschrittenem Verbrauchsdatum.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum garantiert Qualität bis zu einem bestimmten Datum (=kein Wegwerfdatum). Das Verbrauchsdatum hingegen markiert bei leicht verderblichen Lebensmitteln die absolute Sicherheitsgrenze und sollte danach nicht mehr verzehrt werden, um Gesundheitsrisiken durch Keime zu vermeiden.
Rohe tierische Produkte dürfen nicht in die Offenen Kühlschränke gelegt werden. Dasselbe gilt für geöffnete Packungen, Alkohol und Gefrorenes. Die Einhaltung dieser Regeln wird täglich von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern kontrolliert, die die Kühlschränke reinigen und befüllen – mehr dazu in Offene Kühlschränke ein Erfolgsprojekt (vorarlberg.ORF.at, 06.08.2025).