Baustopp verfügt: Trumps Ballsaal vorerst ausgebremst
Ein US-Bundesrichter hat einen Baustopp für den von US-Präsident Donald Trump geplanten Ballsaal beim Weißen Haus angeordnet. Für das Projekt fehle die Zustimmung des Kongresses, urteilte der Richter Richard Leon am Dienstag. Trump sei "nicht der Eigentümer" des Weißen Hauses. Der Richter gab damit einer Klage der Nationalen Stiftung für Denkmalpflege statt.
Die Denkmalschützer bemängeln, dass Trump vor Baubeginn weder das Parlament noch andere zuständige Stellen in die Pläne einweihte. Der Präsident hatte den gesamten Ostflügel des Weißen Hauses im Oktober überraschend abreißen lassen, um Platz für den Ballsaal zu schaffen. Er soll laut Trump Platz für 1.000 Gäste bieten. Inzwischen gibt der Präsident die Kosten mit 400 Millionen Dollar an – das Doppelte des ursprünglich veranschlagten Preises.
Der Ballsaal soll nach dem Willen Trumps mit viel Gold, Marmor, Stuck und üppigen Lustern ausgestaltet werden. Der Präsident hat dafür nach eigenen Angaben umfangreiche Spenden aus der Privatwirtschaft eingeworben. Zuletzt gab Trump bekannt, das US-Militär errichte unter dem Ballsaal einen "gewaltigen Komplex". Unter dem abgerissenen Ostflügel befand sich seit dem Zweiten Weltkrieg ein Regierungsbunker.
Trump nannte die Klage in seinem Onlinedienst Truth Social erneut unbegründet. Er bezeichnete die Denkmalschützer des National Trust in einem Beitrag auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social als eine Gruppe "linker Verrückter" und sagte, sein Ballsaal liege "unter dem Budget, sei dem Zeitplan voraus, werde ohne Kosten für den Steuerzahler gebaut und werde das schönste Gebäude seiner Art weltweit sein".
Carol Quillen, Präsidentin und CEO des National Trust, begrüßte dagegen in einer Erklärung die Entscheidung des Richters: "Das ist ein Sieg für das amerikanische Volk in Bezug auf ein Projekt, das einen der beliebtesten und symbolträchtigsten Orte unserer Nation für immer prägen wird."
Das Projekt ist Kritikern zufolge insgesamt überdimensioniert. "Der geplante Ostflügel ist flächenmäßig etwa 60 Prozent größer als die Residenz des Weißen Hauses. Gemessen am Volumen – einschließlich der Säulengänge – ist er jedoch aufgrund der enormen Deckenhöhe des Ballsaals mehr als dreimal so groß", schrieb die "New York Times" unlängst.
Vom Süden betrachtet werde der Ballsaal damit zum "dominierenden Gebäude" des gesamten Komplexes. Nicht nur sei der Säulengang des Ballsaals größer als jener des Weißen Hauses, auch würde das Gebäude mit der Symmetrie zum Westflügel brechen.