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Neue Luftangriffe: Tote in Israel und Libanon

Neue Luftangriffe: Tote in Israel und Libanon

Neue Luftangriffe: Tote in Israel und Libanon

Bei schweren Raketenangriffen der iranischen Streitkräfte sind in der Nacht auf Mittwoch zwei Menschen in Israel getötet worden. Laut Mitteilung der iranischen Revolutionsgarde erfolgte der Angriff als Vergeltung für die Tötung von Sicherheitsratschef Ali Laridschani. Auch die Golfstaaten wurden erneut Ziel iranischer Attacken. In der libanesischen Hauptstadt Beirut starben unterdessen sechs Menschen bei israelischen Luftangriffen.

Nach Angaben der israelischen Polizei setzten die iranischen Streitkräfte mit Streumunition versehene Gefechtsköpfe ein. Am Einschlagsort in der Stadt Ramat Gan nahe Tel Aviv seien ein Mann und eine Frau im Alter zwischen 70 und 80 Jahren getötet worden, teilte der Rote Davidstern mit.

In Bnei Brak östlich von Tel Aviv wurde der Rettung zufolge ein Mann verletzt. Schäden aufgrund des Raketenangriffs wurden zudem am Bahnhof Savidor in Tel Aviv gemeldet, der Zugsverkehr wurde eingestellt. Medienberichten zufolge musste die Feuerwehr wegen mehrerer Brände im Zentrum des Landes ausrücken, nachdem dort Raketen eingeschlagen waren. Die meisten Drohnen und Raketen konnte die Luftabwehr nach Militärangaben abfangen.

Seit Beginn des Iran-Krieges kamen bei Raketenangriffen in Israel nach Angaben des Roten Davidsterns 14 Menschen ums Leben, im Iran ist die Rede von Tausenden Toten und Verletzten seit Kriegsbeginn vor knapp drei Wochen.

Die iranische Revolutionsgarde bezeichnete die neuen Angriffe auf Israel als Vergeltung für die Tötung des iranischen Sicherheitratsschefs Ali Laridschani. Laut Angaben von Israels Verteidigungsminister Israel Katz war der zur engsten Führungsriege zählende Laridschani in der Nacht auf Dienstag bei einem gezielten Angriff ums Leben gekommen. Teheran bestätigte Dienstagabend Laridschanis Tod.

Offen ist der Verbleib von Modschtaba Chamenei, dem neuen obersten Führer des Iran. Der Sohn und Nachfolger des langjährigen obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei soll laut Medienberichten vom Dienstag offenbar nur knapp den Luftangriff am ersten Tag des Krieges überlebt haben, bei dem sein Vater, seine Frau und eines seiner Kinder getötet wurden.

Zudem griffen die iranischen Streitkräfte am Mittwoch erneut Ziele in den Golfstaaten an, die sie als Mithelfer des israelisch-amerikanischen Angriffskriegs ausgemacht haben. Eine Rakete schlug in den Vereinigten Arabischen Emiraten in der Nähe des Militärstützpunkts Minhad ein. Der Flugplatz südöstlich von Dubai wird unter anderem von der australischen Armee genutzt. Bei dem Angriff seien keine australischen Soldaten verletzt worden, sagte Premierminister Anthony Albanese.

In Saudi-Arabien fing das Militär nahe dem Luftstreitkräftestützpunkt Prinz Sultan eine ballistische Rakete ab. Teile der Rakete seien in der Umgebung des auch von der US-Armee genutzten Stützpunkts niedergegangen, ohne Schäden zu verursachen. Die kuwaitische Luftabwehr schoss nach eigenen Angaben mehrere Raketen und Drohnen ab.

Der Iran begründete seine Drohnen- und Raketenangriffe in der Nähe von Städten in den Golfstaaten damit, dass die USA ihre Armeeangehörigen in zivile Gebiete verlegt hätten. US-Streitkräfte hätten ihre Militärstützpunkte verlassen und seien in Hotels in den Städten untergekommen, sagte Außenminister Abbas Araktschi dem katarischen Sender al-Jazeera.

Bei neuen israelischen Luftangriffen auf die libanesische Hauptstadt Beirut starben unterdessen mindestens sechs Menschen, mehr als 20 weitere wurden verletzt. In der Nacht hatte die mit dem Iran verbündete Schiitenmiliz Hisbollah erneut Dutzende Raketen auf den Norden Israels abgefeuert.

Im Stadtviertel Baschura stürzte laut der Nachrichtenagentur dpa ein Hochhaus nach einem Treffer ein. Zuvor hatte Israels Militär vor Angriffen gewarnt. Das Viertel war bereits in der vergangenen Woche Ziel von Luftangriffen gewesen.

Staatlichen Medien zufolge traf ein weiterer Angriff eine Wohnung im Stadtzentrum unweit der kürzlich vom israelischen Militär attackierten Filiale eines Finanzinstituts der Hisbollah. Einschläge wurden auch aus dem Stadtviertel Basta im Zentrum Beiruts gemeldet.

Im Zuge der Angriffe Israels und der USA auf den Iran schlug nach Angaben aus Teheran ein Geschoß auf dem Gelände des Atomkraftwerks Buschehr ein. Das Kraftwerk selbst sei nicht beschädigt worden, teilten die iranischen Behörden der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) mit. Es habe auch keine Verletzten gegeben. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi rief zu höchster Zurückhaltung in dem Konflikt auf, um einen nuklearen Unfall zu vermeiden. Die Atomanlage Buschehr ist das einzige iranische Kernkraftwerk.

Die US-Streitkräfte warfen nach eigenen Angaben bunkerbrechende Bomben auf besonders geschützte iranische Raketenstellungen an der Straße von Hormus ab, der strategisch wichtigen Meerenge, über die große Mengen Öl verschifft werden. Mehrere der Bomben mit einem Gewicht von jeweils knapp 2,3 Tonnen seien eingesetzt worden, teilte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten mit. Der Angriff habe auf Stellungen mit Marschflugkörpern abgezielt, die gegen Schiffe in der Meerenge eingesetzt werden sollten.

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