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Neusiedler See: Wasserstand hat sich erholt

Neusiedler See: Wasserstand hat sich erholt

Neusiedler See: Wasserstand hat sich erholt

Nach dem Winter segeln die ersten Boote bereits wieder über den Neusiedler See und auch die Radfähren sind schon in Betrieb. Der Wasserstand des Steppensees hat sich erholt und liegt nur mehr wenige Zentimeter unter dem langjährigen Mittel. Auch der Wasserhaushalt im Seewinkel ist aktuell besser.

Für den Neusiedler See, den Seewinkel und auch für das Grundwasser war der starke Schneefall Ende Februar, knapp vor Saisonstart, optimal. Der Mörbischer Fährbetreiber Roman Drescher ist mit dem Wasserstand zufrieden: "Hervorragend, würde ich sagen. Wir sind bei knapp 1,50 Meter. Wir hatten Jahre, da sind wir bei knapp einem Meter gestartet." Er habe keine Angst für die Saison, es sei keine Behinderung in Sicht.

Derzeit ist der Wasserstand um rund zehn Zentimeter höher als im Vorjahr zu dieser Zeit. Der Winter sei zwar nicht sehr feucht und teilweise sogar trocken gewesen, durch den starken Niederschlag in der letzten Zeit habe sich die Lage aber verbessert, erklärte Christian Sailer vom Hauptreferat Wasserwirtschaft im Land. Davon habe man bei den Grundwasserkörpern und bei den Oberflächengewässern profitiert, so dass jetzt Wasser in den Bächen, Seen und Oberflächengräben sei.

Auch im Seewinkel sind die Lacken, wie etwa der Untere Stinkersee in Illmitz, derzeit gefüllt. Das hängt einerseits mit dem Schneefall im Februar zusammen, andererseits aber auch mit einer Wehranlage, die jetzt verstärkt genutzt wird. Die Alupaneele halten laut Harald Grabenhofer vom Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel das Wasser einfach zurück: "Es ist jetzt fast blattlvoll, kann man sagen. Viel mehr geht hier gar nicht mehr, dann würde es schon drüber rinnen."

Auch die Grundwasserstände im Seewinkel liegen aktuell teilweise über dem langjährigen Mittel und profitieren von den Wehranlagen. "Unser Grundsatz ist, das Wasser, das natürlich vorkommt, so lange wie möglich in der Region zu halten", betonte Sailer. Man habe um die 30 Wehranlagen errichtet, damit das Wasser nicht in den Einserkanal ablaufe und habe damit eigentlich gute Erfolge.

Hohe Grundwasserstände sind für die Lacken überlebenswichtig. Nur so sei gewährleistet, dass die Soda-Lacke Kontakt mit dem Grundwasser habe, die dichte Lacken-Bodenschicht befeuchtet werde und damit der Salzaustausch mit dem Grundwasser auch funktionieren könne, sagte Grabenhofer. Der Neusiedler See hat damit nichts zu tun. Er speist sich hauptsächlich über Niederschläge. Um gut über den Sommer zu kommen, ist Regen daher weiter ausdrücklich gewünscht.

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