Brände in Treibstofflagern: Iran nimmt Ölsektor am Golf ins Visier
Mit Fortschreiten des Krieges zeichnet sich die Strategie des Iran, mit Attacken auf die Energiewirtschaft in der Golfregion, die Kosten für eine Fortsetzung des Krieges in die Höhe zu treiben. In Bahrain und im Oman standen nach Angriffen Treibstofflager in Flammen. Im Persischen Golf wurden zwei Öltanker angegriffen. US-Präsident Donald Trump stellte indes erneut ein baldiges Ende des Iran-Kriegs in Aussicht.
Lokalen Behörden zufolge wurden in Bahrain Treibstofflager nahe dem internationalen Flughafen angegriffen. Unklar war zunächst, ob es sich bei den betroffenen Treibstofflagern um die Kerosindepots des Flughafens am Rande der Hauptstadt Manama oder eine andere Einrichtung handelte. Die Bewohner des Inselstaats im Persischen Golf wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu begeben.
Im Oman wurden Treibstofftanks im Hafen von Salala mutmaßlich von iranischen Drohnen getroffen. Auf einem vom arabischen Fernsehsender Al Jazeera veröffentlichten Video war zu sehen, wie ein großer Feuerball über einem der Tanks aufsteigt. Der Golf-Kooperationsrat verurteilte den Angriff.
Bei einem Angriff auf zwei Öltanker im Persischen Golf starb laut irakischer Regierung mindestens eine Person. Der Angriff in irakischen Hoheitsgewässern stelle eine Verletzung der Souveränität des Irak dar, hieß es von einem Militärsprecher. Sechs Schiffe wurden demnach entsandt, um der Besatzung der beiden Tanker zu helfen. 38 Crew-Mitglieder seien insgesamt geborgen worden. Die Hafenverwaltung stellte den Betrieb der Ölterminals bis auf weiteres ein.
Die Handelsschifffahrt in der Region kam durch den iranischen Beschuss nahezu zum Erliegen. Ein unter thailändischer Flagge fahrender Frachter wurde nahe der Straße von Hormus von iranischen Raketen getroffen. Die "Mayuree Naree", die von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Indien unterwegs war, sei von zwei Geschossen oberhalb der Wasserlinie getroffen worden.
Ein Brand sei ausgelöst worden, teilte die thailändische Marine mit. Von den 23 thailändischen Besatzungsmitgliedern konnten 20 in Sicherheit gebracht werden, während drei Seeleute nach Angaben der Reederei Precious Shipping wahrscheinlich zunächst im Maschinenraum eingeschlossen blieben.
Nach Angaben der britischen Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) wurde auch vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate ein Containerschiff von einem unbekannten Geschoß getroffen. Es sei ein kleiner Brand ausgelöst, aber niemand verletzt worden.
Die Vereinigten Arabischen Emirate erklärte Donnerstagfrüh, die Luftabwehr bekämpfe eine Bedrohung durch Raketen. In Dubai stürzte in der Nacht zudem eine Drohne auf ein Wohngebäude. Ein Brand wurde unter Kontrolle gebracht, niemand wurde verletzt, wie die Behörden mitteilten.
Saudi-Arabien meldete in der Nacht, dass im Osten des Landes 18 Drohnen abgefangen und zerstört worden seien. Das kuwaitische Verteidigungsministerium teilte mit, die Luftabwehr des Golfstaats habe eine Reihe feindlicher Drohnen abgefangen, die in den Luftraum im Norden des Landes eingedrungen seien.
Unvermindert gehen auch die israelischen Angriffe im Libanon gegen die proiranische Hisbollah-Miliz weiter. Nach Angaben der Armee wurden in der Nacht innerhalb von 30 Minuten in Vororten von Beirut zehn Ziele angegriffen, darunter ein Hauptquartier des Hisbollah-Geheimdienstes, die Zentrale der Eliteeinheit Radwan und weitere Kommandozentralen.
Demnach griffen die Streitkräfte auch zahlreiche Raketenabschussrampen und Dutzende Hisbollah-Kämpfer an, die den Angaben zufolge Attacken auf Israel vorbereiteten. Zuvor hatte die Hisbollah den Norden von Israel mit Raketen angegriffen.
Trump erklärte unterdessen, dass der Krieg mit dem Iran schon "bald" enden werde. Es gebe ""praktisch nichts mehr, was man angreifen könnte", zitierte ihn das US-Nachrichtenportal "Axios" nach einem Telefoninterview. Das israelische Militär hingegen erklärte, es habe noch eine umfangreiche Liste an Zielen im Iran.