Schüler verzichten drei Wochen auf Handy
Tausende Schülerinnen und Schüler verzichten in den nächsten drei Wochen österreichweit auf ihr Handy. Vor allem kehren sie Social Media wie Instagram und TikTok den Rücken. Auch in Tirol sind viele Schulklassen bei diesem Experiment dabei.
Österreichweit machen fast 70.000 Schülerinnen und Schüler mit, in Tirol meldeten sich knapp 5.300 für das Handyexperiment an. Allerdings verzichten davon nicht alle vollständig auf das Smartphone. Es gibt eine Kontrollgruppe und auch eine Light-Variante: Bei dieser werden die Apps deaktiviert, es darf aber telefoniert werden.
In Tirol ist zum Beispiel die Mittelschule eins in St. Johann dabei. Die Lehrerin Christina Steiner unterrichtet hier unter anderem das Fach "Digitale Grundbildung". Nachdem sie die ORF-"Dok1" über das Handy-Experiment in einer Schule in Niederösterreich gesehen hatte, wollte sie dasselbe mit ihrer Klasse umsetzen. Dann sei das Projekt österreichweit ausgerollt worden, da sei sie gleich dabei gewesen.
Zu Beginn seien die Schülerinnen und Schüler sehr skeptisch gewesen, es hätten sich zwei oder drei gemeldet. Ab Mittwoch werden es 25 Jugendliche sein, die allein in der St. Johanner Mittelschule mitmachen. Daneben üben sich unter anderem auch Schulklassen in Imst, Schwaz oder Innsbruck im Handy-Verzicht.
Steiner hofft darauf, dass die Zeit ohne Smartphone in der gesamten Gesellschaft mehr Bewusstsein für ein Aufwachsen ohne Social Media schafft. In den Volksschulen gebe es schon Bewegungen, bei denen sich Eltern zusammenschließen und sagen, "es gibt in den ersten vier Jahren kein Handy". Der gesellschaftliche Druck zum Handy zu greifen sei sehr groß. Steiner will mit ihrer Klasse bis zum 24. März den Alltag ohne Smartphone bestreiten.