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Krebsgene von Katzen auch für Menschen relevant

Krebsgene von Katzen auch für Menschen relevant

Krebsgene von Katzen auch für Menschen relevant

Eine der häufigsten Todesursachen von Hauskatzen ist Krebs. Die bisher größte Untersuchung zum genetischen Hintergrund der Krankheit bei den Tieren zeigt: Manche der Krebsgene finden sich auch bei Menschen.

Gewebeproben von knapp 500 Hauskatzen aus fünf Ländern, darunter auch aus Österreich, analysierte ein Team um die Biomedizinerin Louise van der Weyden vom Wellcome Sanger Institute in Großbritannien. Die Ergebnisse wurden soeben im Fachmagazin "Science" veröffentlicht.

Für die Untersuchungen brauchten die Fachleute nicht nur Tumorproben, sondern auch gesundes Gewebe von denselben tierischen Patienten. Dementsprechend groß war der Aufwand, um über verschiedene Tierpathologie-Institute hinweg ein großes und vielfältiges Pool an Untersuchungsmaterial aufzubauen, das die verschiedenen Krebsarten auch abbildet.

Beteiligt war so auch die Veterinärmedizinische Universität Wien. Von ihrer Seite konnte man "für diese Studie eine große Anzahl an Proben bereitstellen und für die anschließende Sequenzierung aufarbeiten", erklärte der Vetmed-Pathologe Christof Bertram.

Obwohl Krebs eine der häufigsten Todesursachen bei Hauskatzen ist, gab es noch keine umfassende Untersuchung zu den genetischen Faktoren dahinter, so Bertram. All das sei auch angesichts der Erkenntnis interessant, dass sich in der Biologie und Medizin immer größere Überschneidungen zwischen Mensch und Tier zeigen – Stichwort: "One Health"-Ansatz.

Während in der Humanmedizin im Sinne eines möglichst personalisierten Zugangs bei der Behandlung von Krebs die genetischen Eigenheiten der individuellen Erkrankungen mittlerweile intensiv analysiert werden, sei dieses Feld in der Tiermedizin "noch weitgehend unerforscht. Unsere Studie hat erstmals die Mutationsmuster bei Hauskatzen im großen Stil bestimmt und ebnet so den Weg für Präzisionsmedizin in der Veterinäronkologie", so Bertram.

Gefunden hat man "deutliche Parallelen" zwischen menschlichen und tierischen Tumoren. Das zeige, "wie sehr beide Seiten von der vergleichenden Krebsforschung profitieren können", so der Vetmed-Forscher.

Als insgesamt häufigster Beteiligter an der Bildung von Krebs bei Katzen entpuppte sich ein Gen namens "FBXW7". Eine Mutation in diesem Gen fand sich in mehr als 50 Prozent der untersuchten Tumorgewebeproben. So auch bei aggressiven Brustkrebsformen. Und: Veränderungen in diesem Gen finden sich auch bei Mammakarzinomen mit schlechter Überlebensprognose bei Menschen.

Auch bei Krebserkrankungen des Blutes, der Knochen, der Haut, in der Lunge, im Zentralnervensystem und im Verdauungstrakt fanden sich speziesübergreifende Überschneidungen, berichten die Fachleute. Insgesamt fanden sie 31 Gene, Signaturen von Mutationen, Gensequenzen von möglicherweise mit Tumorentstehung in Zusammenhang stehenden Viren und Genvarianten, die die Krebsentstehung fördern dürften.

Da Hauskatzen und Menschen oft in der gleichen Umwelt mit den gleichen gesundheitsförderlichen oder -schädlichen Faktoren leben, seien die Überschneidungen nicht überraschend – dass sie so deutlich hervortreten, zum Teil aber schon. Aufgrund der Überschneidungen könnten aus klinischen Studien zu Tumormedikamenten und -behandlungen an Katzen auch Erkenntnisse für Menschen gewonnen werden, meinen die Fachleute.

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