IKB: Erster Großbatteriespeicher Tirols
Die Innsbrucker Kommunalbetriebe (IKB) haben am Donnerstag am Kraftwerk Obere Sill in Schönberg im Stubaital den ersten Großbatteriespeicher dieser Art in Tirol präsentiert. Zentrale Aufgabe der neuen Anlage sei die Sicherstellung der Netzstabilität und die Integration erneuerbarer Energie, hieß es vonseiten der Stadt und der IKB.
Die IKB will mit dem Großbatteriespeicher mehr Flexibilität und auch mehr Stabilität im Netz schaffen, erklärte IKB-Vorstandschef Thomas Pühringer bei einem Pressegespräch. Der Batteriespeicher solle dazu beitragen, Schwankungen im Netz auszugleichen. Er speichert also Strom, wenn er gerade nicht gebraucht wird – und gibt ihn wieder ab, wenn er gebraucht wird. Für ein stabiles Netz sei es jedenfalls nötig, Spannungsschwankungen auszugleichen, Lastspitzen zu glätten und Frequenzschwankungen auszuregeln, betonte der Vorstandsvorsitzende.
Das Kraftwerk Obere Sill war im Jahr 1903 in Betrieb gegangen – der Batteriespeicher solle nun als Ergänzung zur Erzeugung zusätzliche Flexibilität für ein stärker durch erneuerbare Einspeisung geprägtes System bereitstellen, sagte Pühringer. Zudem verwies er auf eine Kooperation mit Tirols landeseigenem Energieversorger TIWAG, der Know-how im Betrieb großer Erzeugungsanlagen sowie Markt- und Systemkompetenz einbringe. Die TIWAG hält 49,99 Prozent der IKB-Aktien, die Stadt Innsbruck 50 Prozent und eine Aktie.
"Innsbruck hat nun den größten Batteriespeicher Tirols oder sogar Westösterreichs", sagte indes Bürgermeister Johannes Anzengruber (Liste JA – Jetzt Innsbruck). Die Speicherthematik sei ihm beim Thema Energiewende jedenfalls besonders wichtig. Das sei auch ein logischer Schritt für die Energiestrategie der IKB, die traditionell auf Wasserkraft basiere und durch Photovoltaik ergänzt werde.
Es gehe nun darum, Überschüsse – etwa aus Photovoltaik an sonnigen Tagen oder aus Wasserkraft bei hoher Wasserführung – zu speichern und in Zeiten mit geringerer Erzeugung zu verschieben, erklärte Anzengruber. Der Speicher werde damit jedenfalls zur Entlastung des Netzes beitragen und die Versorgungssicherheit unterstützen.
Herbert Schmid, IKB-Geschäftsbereichsleiter Strom-Erzeugung, bezifferte die Leistung der Anlage mit rund 3,5 Megawatt (MW) und den Energieinhalt mit knapp 7 Megawattstunden (MWh). Damit könne der Speicher rund zwei Stunden mit voller Leistung geladen und entladen werden. Das reiche aus, um 100 bis 140 E-Autos zu laden und entspreche etwa dem jährlichen Jahresverbrauch von zwei durchschnittlichen Haushalten.
Vom Vorstandsbeschluss Ende März 2025 bis zur Installation in der zweiten Novemberwoche 2025 seien nur rund sieben Monate vergangen, berichtete er. Als Partner nannte der Geschäftsbereichsleiter den größten chinesischen Batteriespeicherhersteller Kehua, den oberösterreichischen Vertragspartner Schmachtl sowie die Baufirma Berger & Brunner. Die externen Kosten bezifferte Schmid mit 2,1 Mio. Euro, wobei insgesamt rund 2,5 Mio. Euro inklusive interner Kosten budgetiert gewesen seien.
Als Sicherheitsausstattung nannte Schmid eine Brandmeldeanlage, Löschanschlüsse für die Feuerwehr, ein Retentionsbecken für Löschwasser sowie eine Aerosol-Löschanlage. Außerdem garantiere der Batteriespeicher eine Laufzeit von mindestens zehn Jahren. "Wir hoffen, dass es dann schon noch ein paar Jahre mehr sein werden", fügte er hinzu.
Schmid verwies darauf, dass der Netzanschluss noch zusätzliche Speicherkapazitäten ermögliche. Die IKB wolle zunächst etwa ein Jahr Betriebserfahrung sammeln und danach – bei positiver wirtschaftlicher Entwicklung – über eine Erweiterung entscheiden.