Stronach-Prozess: Anwältin will Aussetzung des Verfahrens
Im Prozess gegen den österreichisch-kanadischen Magna-Gründer Frank Stronach wegen Missbrauchsvorwürfen in Toronto plant seine Anwältin, Leora Shemesh, einen Antrag auf Aussetzung des Verfahrens. Das schrieben heute mehrere kanadische Medien mit Verweis auf die Presseagentur The Canadian Press. Sie befürchte, dass einige Zeugen von der Staatsanwaltschaft beeinflusst wurden.
Gegen den Willen der Anklage befragte Shemesh heute einen Polizisten, der an einer der Zeugenvorbereitungsbesprechungen dabei gewesen sein soll. Die Staatsanwaltschaft protestierte laut den Medienberichten. Richterin Anne Molloy befand aber, dass die Verteidigung dem Thema nachgehen und den Polizisten befragen dürfe.
Beim geplanten Prozessbeginn am Dienstag war es zu einer Verschiebung gekommen. Shemesh hatte das kanadische Gericht um Aufschub gebeten, um neue Unterlagen sichten zu können.
Bei dem Verfahren in Toronto handelt es sich um den ersten von zwei Prozessen, denen sich der 93-jährige Steirer heuer stellen muss. Laut mehreren kanadischen Medien erhoben insgesamt dreizehn Frauen Vorwürfe gegen Stronach. Dieser weist die Vorwürfe von sich. Diese Woche sollte ein Strang in Toronto starten, die übrigen Vorwürfe sollen später im Jahr in Newmarket (Ontario) behandelt werden.