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Vorarlberger halten Volksbefragung für gute Idee

Vorarlberger halten Volksbefragung für gute Idee

Vorarlberger halten Volksbefragung für gute Idee

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) möchte die Bevölkerung über eine mögliche Verlängerung des Wehrdienstes entscheiden lassen, nämlich bei einer Volksbefragung. Die Vorarlberger Bevölkerung befürwortet diese Idee, wie eine nicht-repräsentative Umfrage des ORF Vorarlberg in Bludenz zeigt.

Derzeit dauert die Wehrpflicht sechs Monate. Laut Fachleuten ist das zu wenig. Daher dürfte der bisher sechsmonatige Grundwehrdienst verlängert werden. Empfohlen wird ein achtmonatiger Dienst plus zwei Monate Milizübungen. Der Zivildienst könnte von neun auf zwölf Monate verlängert werden.

Bundeskanzler Stocker will die Österreicherinnen und Österreicher nun über eine Heeresform entscheiden lassen. Die Ankündigung einer Volksbefragung wird von den Vorarlbergerinnen und Vorarlbergern überwiegend gut angenommen. Man müsse jedoch auch über strukturelle Änderungen nachdenken, etwa über die Einführung eines Berufsheers, sagt Passant Bernhard Lenz. Der Wehrdienst sei eine gute Orientierung für junge Menschen, diesen zu kürzen hält Passantin Elisabeth Vonbank daher nicht für sinnvoll.

Dennoch sei der Einbezug des Volkes wichtig, da "auch sechs Monate – wie bisher – keine kurze Zeit sind", so Julian Summer in Bludenz. Peter Künzle hält die Volksbefragung für keine gute Idee: "Die Regierung muss sich trauen, eine eigene Entscheidung zu treffen."

Vorarlbergs Militärkommandant Gunther Hessel und Thomas Hrach, Krankentransport-Leiter beim Roten Kreuz Vorarlberg, haben sich bereits vor zehn Tagen zu einer Verlängerung des Wehrdienstes geäußert. Beide würden das Vorhaben befürworten. "Wenn nach diesen acht Monaten der Rekrut abrüstet, dann ist er ein fertig ausgebildeter Soldat mit Übungserfahrung. Und wenn er dann zwei Jahre später wieder zu einer Milizübung kommt, dann weiß er ganz genau, was zu tun ist. Dann wird aufgefrischt, was er schon konnte und er ist weiterhin einsatzbereit. Und dann kommt er nach zwei Jahren wieder und innerhalb von zehn Jahren sollen dann diese zwei Monate abgedient werden", sagte Hessel im Interview mit dem ORF Vorarlberg.

"Wir haben Zivildiener, die sind neun Monate bei uns – zwei Monate Ausbildung, sieben Monate daher im Rettungsdienst. Und wenn sie am besten ausgebildet sind, verlassen sie uns schon wieder", bedauerte Hrach im ORF-Interview. Mit einer Verlängerung des Zivildienstes könnte die Qualität gesteigert werden, sagte Hrach – mehr dazu in Wehrdienstverlängerung findet Zustimmung (vorarlberg.ORF.at, 21.01.2026).

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