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Briefkasten-Betrug nur falscher Alarm

Briefkasten-Betrug nur falscher Alarm

Briefkasten-Betrug nur falscher Alarm

Derzeit werden in Vorarlberg massenhaft Warnungen in Messenger-Diensten wie WhatsApp geteilt, die vor Betrug mit Postwurfsendungen im Briefkasten warnen. Dabei handelt es sich allerdings um eine Falschmeldung, stellt die Landespolizei auf Nachfrage des ORF Vorarlberg klar. "Quishing" ist zwar eine reale Betrugsmasche, aber die berichtete Form gibt es nicht.

Es klingt wie eine heimtückische Welle an Betrugsversuchen: Kriminelle werfen täuschend echt aussehende Post- bzw. DHL-Benachrichtigungen in Briefkästen über eine angeblich fehlgeschlagene Zustellung. Die Falle lauert angeblich in einem QR-Code, der auf eine gefälschte Website lockt, auf der kritische Daten eingegeben werden sollen. Klingt gefährlich, ist aber erfunden!

"Diese Betrugsmasche gibt es nicht im Land Vorarlberg und es sind auch keine tatsächlichen Fälle in Deutschlang bekannt", teilt das Landeskriminalamt auf ORF-Nachfrage mit: "Es sind keinerlei Anzeigeerstattungen diesbezüglich bei Polizeidienststellen in Vorarlberg eingegangen."

Interne Erhebungen der Polizei ergaben, dass es sich bei diesen Warnungen um einen so genannten "Hoax" handelt, also eine im Internet kursierende Falschmeldung – einen Scherz oder Schwindel, der dazu dient, Nutzer zu täuschen und zur Weiterverbreitung zu animieren, erklärte die Landespolizei. Dazu gibt es auch aufklärende Informationen im Netz: Der virale "DHL-Zettel": Warum die Betrugswarnung falsch ist (mimikama.org).

(englisch für Schwindel/Streich) ist eine bewusst in Umlauf gebrachte Falschmeldung oder ein Scherz, die sich viral im Internet, über E-Mail, soziale Netzwerke oder Messenger verbreitet. Hoaxes täuschen oft falsche Gefahren vor, wie Virenwarnungen oder Kettenbriefe, um Empfänger zur Weiterleitung zu verleiten und Panik oder Verunsicherung zu erzeugen.

Die Warnung zu den angeblichen DHL-Zetteln kursiert bereits seit einiger Zeit im Netz. Solche und andere Kettenbriefe werden verschickt, um Menschen zu verunsichern – oft, um Stimmung in eine bestimmte Richtung zu machen. Besorgnis und falsche Eile werden geweckt, um die massenhafte Verbreitung zu beschleunigen.

Menschen sollen sich als gefährdet empfinden und dann empfänglicher werden für Botschaften, die ihnen Sicherheit vorspiegeln – nicht selten von Populisten oder bestimmten Gesinnungen. Wer sie ungeprüft verbreitet, meint es sicher gut, trägt aber unabsichtlich zur Verbreitung von Angst bei.

Mit Kettenbriefen geht man um, indem man sie nicht weiterleitet, Links und Anhänge nicht öffnet und das Thema mit Betroffenen bespricht, ihre Ängste ernst nimmt und erklärt, dass nichts Schlimmes passiert, wenn man die Kette bricht.

Man kann auch den speziellen Safer Internet Chatbot von safernet.at nutzen, um die Echtheit zu prüfen, und bei bedrohlichen Inhalten (z.B. "wenn Du diese Nachricht nicht weiterleitest, wird dir etwas Schlimmes widerfahren") die Polizei informieren.

Allerdings gibt es Kriminalität mit betrügerischen QR-Codes wirklich. Das nennt man "Quishing" – ein Kofferwort aus QR-Code und Phishing. Kriminelle nutzen dabei QR-Codes, um Nutzer auf gefälschte Webseiten zu locken. Ziel ist der Diebstahl sensibler Daten oder die Installation von Schadsoftware. Die Codes finden sich in betrügerischen E-Mails, auf Flyern oder überklebten Plakaten.

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