ORF.at

Syrische Armee riegelt IS-Internierungslager al-Hol ab

Syrische Armee riegelt IS-Internierungslager al-Hol ab

Syrische Armee riegelt IS-Internierungslager al-Hol ab

Die syrische Armee hat das berüchtigte Lager al-Hol für Familien der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Nordosten Syriens abgeriegelt. Das Gebiet sei als "geschlossener Sicherheitsbereich" eingestuft worden, erklärte die Armee heute. Wie die Nachrichtenagentur AFP aus Armeekreisen erfuhr, zielt die Maßnahme darauf ab, innerhalb und außerhalb des Lagers für Sicherheit und Ordnung zu sorgen.

In Syrien sitzen tausende mutmaßliche Dschihadisten, darunter viele Ausländer, in Gefängnissen. Al-Hol in der syrischen Provinz Hasakeh ist das größte Lager für Familien von IS-Kämpfern in der Region. Dort leben etwa 24.000 Menschen, darunter rund 6200 Ausländer, hauptsächlich Frauen und Kinder.

Das Lager war von kurdischen Milizen eingerichtet worden, die den Kampf gegen den IS in Syrien angeführt hatten und dabei von einer internationalen Koalition unter Führung der USA unterstützt worden waren.

Wegen einer Offensive syrischer Regierungstruppen im bisherigen kurdischen Autonomiegebiet im Nordosten Syriens hatten sich die kurdisch dominierten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) in der vergangenen Woche aus Al-Hol zurückgezogen. Vergangenen Samstag rückte die syrische Armee in das Lager ein. In den Tagen zuvor waren aber einige Insassen geflohen. In den vergangenen Tagen gab es Berichte über weitere Fluchtversuche.

Die USA haben zudem mit der Verlegung von Lagerinsassen in den Irak begonnen. Nach Angaben der US-Armee sollen bis zu 7000 mutmaßliche IS-Kämpfer in das Nachbarland gebracht werden, um sicherzustellen, dass die gefangenen Islamisten "in sicheren Hafteinrichtungen bleiben".

Mittlerweile haben sich die meisten bisher dort tätigen Hilfsorganisationen aus Al-Hol zurückgezogen. Die Hilfsorganisation Save the Children warnte, die humanitäre Lage im Lager habe sich rasant verschlechtert, es herrsche bereits ein "gefährlicher" Mangel an Nahrungsmitteln, Wasser und Medikamenten.

ORF.at

+ weitere Artikel anzeigen