Ski alpin: Feller wahrt Chance auf Slalom-Podest in Kitz
Auf der Jagd nach seinem ersten Podestplatz beim Slalom-Klassiker in Kitzbühel hat sich Manuel Feller am Sonntag in eine hervorragende Ausgangsposition gebracht. Der 33-jährige Tiroler klassierte sich im ersten Durchgang auf dem vierten Zwischenrang. Sein Rückstand auf den zur Halbzeit führenden Schweizer Loic Meillard beträgt für die Entscheidung (13.30 Uhr, live in ORF1) 0,48 Sekunden. Auf das Stockerl fehlt Feller aber nur eine Hunderstelsekunde.
Um das Podest gibt es ein richtiges Gerangel. Vor Feller rangiert der Finne Eduard Hallberg auf dem zweiten Platz (+0,35). Dritter ist der Norweger Henrik Kristoffersen, dem aktuell 0,47 Sekunden auf seinen dritten Triumph in Kitzbühel fehlen. Hinter dem Österreicher geht es auch sehr knapp her. Fünfter ist der Belgier Armand Marchand (+0,49), Sechster ist der Schweizer Tanguy Nef (+0,52).
Mit dem ersten ÖSV-Sieg im Kitzbühel-Slalom seit Marcel Hirscher im Jahr 2017 wird es zwar schwer, aber Feller wahrte in seinem zwölften Antreten im Kitz-Slalom die Chance darauf. "Die Ausgangssituation war im ersten Durchgang oft schon gut, also das heißt nichts. Der zweite Durchgang wird sicher interessant von der Kurssetzung. Es kann noch sehr viel passieren", sagte Feller im ORF-Interview.
Wermutstropfen aus österreichischer Sicht ist aber das Abschneiden der restlichen Österreicher. Einzig Johannes Strolz zeigte im Kampf um die Olympiatickets mit der hohen Startnummer 29 eine starke Leistung. Der 33-jährige Vorarlberger fuhr mit einem Rückstand von 1,16 Sekunden auf den elften Platz und greift nach seinem ersten Top-Ten-Platz in dieser Saison.
Marco Schwarz rangiert mit einem Rückstand von 1,64 Sekunden auf dem 17. Rang. "Es war in Ordnung, aber ich bekomme keinen Zug auf den Ski. Da muss ich mich bei der Nase nehmen, dass ich die Schwünge mehr ziehe", sagte der Kärntner. Fabio Gstrein (+1,93) und Joshua Sturm (+2,09) liegen zumindest auf Kurs in Richtung zweiten Durchgang. Dominik Raschner (+2,28) und Michael Matt (+2,40) müssen um die Qualifikation bangen. Adrian Pertl und Simon Rueland schieden bereits aus.
Meillard legte unterdessen gleich mit Startnummer eins und sehr guten Sichtverhältnissen die Bestzeit vor. Der Schweizer absolvierte den schwierigen Ganslernhang mit traumwandlerischer Sicherheit und kam nach 50,97 Sekunden ins Ziel. Eine Zeit, die sich danach als unantastbar entpuppte, womit der 20-jährige Meillard auf dem besten Weg zu seinem ersten Slalom-Sieg in Kitzbühel ist.
"Am Ende glaube ich, habe ich nicht so viel überlegt, sondern bin einfach gut gefahren. Ich habe attackiert und versucht, mich gut zu bewegen. Das war das richtige Rezept für heute", sagte der Slalom-Weltmeister von Saalbach, der im Olympiawinter nach einem zweiten und einem dritten Platz noch auf seinen ersten Saisonsieg wartet.
Die Übergänge – vor allem jene vor der zweiten Zwischenzeit – wurden im ersten Durchgang zu den Schlüsselstellen. Mit dem Norweger Atle Lie McGrath, der bei der ersten Welle ausschied, dem Franzosen Clement Noel (7./+0,79), dem Norweger Timon Haugan (8./+0,88), dem Franzosen Paco Rassat (9./+0,95) und dem Brasilianer Lucas Pineheiro Braathen (11./+1,16) verloren alle bisherigen Saisonsieger viel Zeit.
Einzig im unteren Teil war es möglich, auf den Schweizer Zeit gutzumachen. Auf den letzten Toren holte Feller 0,19 Sekunden auf. "Es war ein solider Lauf. Dass es unter Anführungszeichen so gut war, habe ich mir während dem Fahren gar nicht gedacht. Weil es einfach nur eine stabile Fahrt war und nichts Besonderes. Aber es hat sich über die Jahre schon öfter gezeigt, dass das die bessere Divise ist hier runter", resümierte Feller seine Fahrt.