ORF.at

Lawinengefahr bleibt weiterhin bestehen

Lawinengefahr bleibt weiterhin bestehen

Lawinengefahr bleibt weiterhin bestehen

Der aktuelle Winter hat zwar noch keine großen Mengen an Schnee gebracht. Trotzdem, oder gerade deshalb, gab es bereits zahlreiche Lawinenabgänge und die Lawinengefahr bleibt weiterhin "mäßig". Ein Wetterumschwung am Wochenende birgt zusätzliche Gefahren warnen Experten.

Am vergangenen Wochenende sind in Österreich acht Menschen bei Lawinenabgängen, drei davon in Pusterwald im Murtal, ums Leben gekommen. Mehr dazu in Lawinengefahr "schwer einzuschätzen" und Drei Tourengeher bei Lawinenabgang getötet (19.1.2026).

Der Schein trügt: Auf der Kaiserau bei Admont beispielsweise liegen derzeit nur etwa 30 bis 40 Zentimeter Schnee, doch die geringe Schneehöhe bedeutet keineswegs eine geringere Lawinengefahr – ganz im Gegenteil, erklärt Sebastian Kren von der Lawinenkommission Gesäuse: "Das ist in allen schneearmen Wintern gibt es mehr Lawinenunfälle, als in den schneereichen, wo man glaubt, dass es gefährlich ist. Wenn wir zweieinhalb Meter Schnee hätten, dann gäbe es weniger Schichten, die besser gesetzt sind und stellen dann nicht so große Probleme dar, wie wir sie aktuell haben."

Das aktuelle Lawinenrisiko verbirgt sich genau zwischen der dünnen, harten obersten Schicht und der kompakten Altschneeschicht am Boden, so der Experte: "Da setzt sich die Flüssigkeit fest, gefriert und macht, aus den kleinen runden Kristallen, große, kantige Kristalle, die weniger Berührungspunkte zueinander haben und dann dementsprechend porös sind und eine ideale Schwach- und Gleitschicht darstellen."

Nach dem tagelangen Dauerfrost und dem Hochdruckwetter kommt nun auch das Wetter am Wochenende wieder in Bewegung. "Mit dem überwiegend sonnigen Bergwetter ist es einmal vorerst vorbei. Es kommen Störungssysteme von Süden her. Die bringen Wolken, teils schlechte Sichtbedingungen und auch etwas Neuschnee, sagt Christian Pehsl von der Geosphere Austria."

Der wenige, prognostizierte Neuschnee ändere nichts an der weiterhin "mäßigen Lawinengefahr". Allerdings sorge der Neuschnee – vor allem gemeinsam mit der Bewölkung, die auf Gipfelniveau auch zum Nebel wird – dafür, dass man Gefahrenstellen noch schlechter erkenne, klärt Andreas Gobiet vom Lawinenwarndienst Steiermark auf. Besonders wichtig sei daher einmal mehr zu erwähnen: Bei einer alpinen Notlage sofort den Bergrettungs‑Notruf unter der Nummer 140 wählen.

ORF.at

+ weitere Artikel anzeigen