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Mehrere Hausbrunnen mittlerweile leer

Mehrere Hausbrunnen mittlerweile leer

Mehrere Hausbrunnen mittlerweile leer

Seit dem Jahreswechsel verzeichnen die oberösterreichischen Brunnenbauer eine erhöhte Nachfrage, um Hausbrunnen zu vertiefen. Denn die Grundwasserspielgel sind in einigen Regionen ungewöhnlich niedrig. Einige Hausbrunnen sind versiegt oder haben einen sehr niedrigen Wasserstand.

In Ulrichsberg (Bezirk Rohrbach) muss die Familie Bischof einen neuen Brunnen bohren lassen, weil der bestehende nicht mehr ausreichend Wasser liefert. Früher versorgte der alte Brunnen eine ganze Landwirtschaft, so Landwirt und Pensionist Johannes Bischof. Nun ist für die Hausversorgung ein neuer Brunnen notwendig – dies verlange eine fünfstellige Investitionssumme.

Auch in Julbach (Bezirk Rohrbach) sind in den vergangenen Wochen mehrere Hausbrunnen versiegt. Die anhaltende Kälte habe die Arbeiten erschwert, berichtete Brunnenbauer Florian Forster. Zwischenzeitlich mussten Feuerwehren einzelne Haushalte mit Wasser versorgen.

Dass Feuerwehren Wasser liefern müssen, ist derzeit keine Ausnahme. In den vergangenen drei Wochen wurden sie in Oberösterreich 64 Mal zu solchen Einsätzen gerufen. Das sei etwa dreimal so viel wie in den vergangenen Jahren in diesem Zeitraum. "Wenn man in einen Brunnen Wasser einfüllt, rinnt es aus. Denn wo Wasser hinein rinnt, rinnt auch Wasser weg", erklärte Thomas Forster, Berufsgruppensprecher der Brunnenbauer. Manche Haushalte hätten deshalb Container aufgestellt, mit Wasser befüllt und ihr Hausnetz mittels einer Pumpe so versorgt. Forster bestätigte gegenüber dem ORF Oberösterreich, dass er seit Ende Dezember eine erhöhte Nachfrage verzeichne, um Hausbrunnen zu vertiefen.

Laut Hydrografischem Dienst des Landes sind die Grundwasserspiegel in einigen Regionen für die Jahreszeit ungewöhnlich niedrig – etwa im Raum Vöcklabruck-Gmunden sowie in Teilen des Mühlviertels und Innviertels.

Im Raum Schärding ist das Wasser besonders niedrig, dort sind sogar Extremwerte erreicht worden. Das Jahr 2025 hat in Summe weniger Niederschlag als sonst üblich gebracht. Besonders der Februar und Dezember waren sehr trocken. Das habe zu dem Trend der sinkenden Grundwasserspiegel geführt, so die Information des Hydrografischen Dienstes des Landes Oberösterreich.

Die bisher im Jänner gefallenen Schneemengen seien zwar hilfreich, aber nicht ausreichend, sagte Christian Kneidinger von der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes Oberösterreich. Es bringe zwar etwas, wenn dieser Schnee schmilzt und in den Untergrund eindringt. "Aber um eine nachhaltige Erholung der Grundwasserkörper zu erhalten muss es noch mehr schneien oder regnen", so Kneidinger weiter.

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