ORF.at

Syrische Staatsmedien: Waffenruhe zwischen Armee und SDF

Syrische Staatsmedien: Waffenruhe zwischen Armee und SDF

Syrische Staatsmedien: Waffenruhe zwischen Armee und SDF

Die syrische Regierung und die mehrheitlich kurdischen Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) haben sich auf eine sofortige Waffenruhe an allen Fronten geeinigt, berichteten syrische Staatsmedien heute. Davor war es tagelang zu Kämpfen gekommen.

Im Konflikt hatte die syrische Armee zuletzt weite Gebiete erobert, in denen die Kurden bisher de facto Autonomie genossen. In Raqqa übernahm die Armee Behördenangaben zufolge heute die Kontrolle über die Stadt Tabqa inklusive des größten Staudamms des Landes.

Zugleich hatten kurdische Kämpfer offiziellen Angaben zufolge zwei wichtige Brücken über den Fluss Euphrat zerstört. Einheiten der SDF "sprengten die neue ‚Al-Raschid'-Brücke in der Stadt Raqqa", meldete die staatliche Nachrichtenagentur SANA heute unter Berufung auf die Informationsdirektion der nördlichen Region Raqqa. Auch eine weitere Euphrat-Brücke sei gesprengt worden.

Zuvor hatte die Armee mitgeteilt, die Kontrolle über zwei von den Kurden gehaltenen Ölfelder nahe Tabqa übernommen zu haben. Wegen des Vorrückens der syrischen Armee hatten die kurdischen Behörden für die Region Raqqa "bis auf Weiteres" eine Ausgangssperre verhängt.

Der Vorstoß folgte auf tagelange Gefechte in der Großstadt Aleppo, in deren Verlauf kurdische Kämpfer die letzten beiden Stadtviertel, die sie dort noch kontrolliert hatten, aufgaben.

Der Vorstoß der Regierungstruppen in kurdisch kontrollierte Gebiete folgte auf ein international vermitteltes Abzugsabkommen, das am Freitag von SDF-Anführer Maslum Abdi angekündigt worden war, um die Spannungen zwischen beiden Seiten zu entschärfen.

Die Entscheidung zum Rückzug sei als Geste des guten Willens getroffen worden, erklärte Abdi. Sie sei Teil der Verpflichtung, ein im vergangenen Jahr geschlossenes Abkommen umzusetzen, das die Integration der SDF in die Regierungstruppen nach dem Sturz des langjährigen syrischen Machthabers Baschar al-Assad vorsieht.

Die SDF warfen der in Damaskus ansässigen Regierung jedoch vor, das Abkommen zu verletzen und in Gebiete vorzurücken, die nicht von der Vereinbarung erfasst seien.

ORF.at

+ weitere Artikel anzeigen