Steirer entwickelte KI-Design für Snowboards
In Kärnten werden mithilfe der KI erstmals Snowboards produziert, die exakt auf die Körpergröße und Fahrweise einer Person zugeschnitten werden können. Entwickelt wurde das System von einem Studenten aus der Steiermark.
In einer Skifabrik in Fürnitz nimmt der 22-jährige Steirer Leo Bischof Bestellungen entgegen. Anhand der Körperdaten und der bevorzugten Fahrweise einer Person kann er berechnen, wie das ideal zugeschnittene Snowboard auszusehen hat.
Entstanden ist die Idee aufgrund eines persönlichen Dilemmas. "Ich bin leidenschaftlicher Snowboarder. Ich habe aber leider riesengroße Füße. Und mit Schuhgröße 46 findet man eigentlich kein Board, das schmal genug ist, damit ich carven kann. Denn normalerweise stehen die Zeichen dann immer bisschen vorher", so Bischof.
Also begann der Steirer während der Pandemie seine eigenen Boards zu bauen. Und das hat so gut funktioniert, dass er an der HTL damals eine Diplomarbeit darüber geschrieben hat. Und daraus ist der digitale Snowboardkonfigurator entstanden. Damit kann man ein Snowboard jetzt einfach von zu Hause aus über das Internet zusammenbauen.
"Mein Ziel ist, den Menschen die Möglichkeit zu geben, Snowboards zu haben, die tatsächlich passen. Es passen einem Standardmenschen die meisten Bretter nur grob, aber gut genug. Aber ab dem Zeitpunkt, wo man irgendwas Besonderes haben will oder speziellen Wunsch hat bezüglich des Fahrstils oder man hat vielleicht einfach zu große Füße, funktionieren die Bretter nicht mehr", so Bischof.
In Fürnitz hat Leo Bischof eine Partnerfirma gefunden, mit dem die Boards in größerem Stil angefertigt werden können. Zu Hause, sagt er, würde er dafür einige Tage pro Brett brauchen, in Fürnitz geht das innerhalb von vier bis fünf Stunden. Und es können eigene Fotos oder Designs auf jedes Board gedruckt werden. "Es hat mich sehr fasziniert, dass er mit so einer Energie und Ambition zu mir kommt und sagt, er interessiert sich für das Bauen. Und da habe ich natürlich sofort mit Herzblut aufgenommen", so Ski-Produzent Michael Kollmann.
Der 22-jährige Steirer kann es selber kaum glauben, was aus seiner Idee geworden ist. Und er tüftelt schon weiter. "Es kann passieren, dass zwar drei Tage oder Wochen im Büro sitzte, und mir ein kleiner Fehler wurmt und einfach nichts funktioniert und dann auf einmal klappt es. Das ist dann Heureka-Moment", so Bischof.