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Studierende kämpfen um Lernplätze an Unis

Studierende kämpfen um Lernplätze an Unis

Studierende kämpfen um Lernplätze an Unis

Die universitären Bibliotheken und Lernplätze sind überlastet. Plätze sind teilweise eine Woche im Voraus ausgebucht. Die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) fordert Verbesserungen. Die Universität verweist auf bereits umgesetzte Maßnahmen, mehr lasse das Budget derzeit nicht zu.

In Innsbruck sind die Lern- und Arbeitsplätze in den Bibliotheken heiß begehrt. Die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich, sodass Studierende teilweise um Mitternacht buchen müssen, um einen Platz für die kommende Woche zu sichern, wie Studierende schildern.

An der Universität Innsbruck stehen aktuell 1.200 Bibliotheksplätze und weitere 1.000 Lernplätze an verschiedenen Standorten zur Verfügung. Dies entspricht laut Universität einem vergleichbaren Verhältnis mit anderen Hochschulen. Dennoch ist der Andrang so groß, dass viele Studierende Schwierigkeiten haben, einen Platz zu ergattern.

Die Österreichische Hochschülerschaft sieht hier Handlungsbedarf und fordert eine Anpassung der Infrastruktur an die hohe Nachfrage, so der Vorsitzende Julian Herb. "Wir reden nicht von Luxus, sondern von einem Tisch, einem Stuhl und einer Steckdose". Die ÖH schlage deshalb vor, die Öffnungszeiten zu verlängern und die Bibliothek der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (SoWi) an Wochenenden zu öffnen.

Für viele Studierende sei es nahezu unmöglich, zu Hause zu lernen. Die oft beengte Wohnsituation und der Lärm in WGs erschweren konzentriertes Arbeiten. "Man stellt sich vor, Studierende sitzen in einem acht Quadratmeter großen WG-Zimmer, umgeben von dünnen Wänden und lauten Mitbewohnerinnen", beschreibt Herb die Situation.

Auf Anfrage teilte die Universität mit, dass bereits in den vergangenen Jahren Maßnahmen zur Verbesserung der Situation ergriffen worden seien, darunter erweiterte Öffnungszeiten in den Abendstunden und an Wochenenden. Einen weiteren Ausbau lasse das Budget nicht zu.

Die ÖH setzt Hoffnungen in das neue Haus der Physik am Technikcampus, das voraussichtlich 2028 fertiggestellt wird und Platz für über 800 Studierende bieten soll.

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