Venezuelas Öl: Trump kündigt jahrelange Kontrolle an
US-Präsident Donald Trump erwartet, dass die USA über Jahre hinweg Venezuela unter Beaufsichtigung stellen und dort Erdöl fördern werden. Das berichtete die "New York Times" ("NYT") am Donnerstag unter Berufung auf ein Gespräch mit dem US-Präsidenten. Die venezolanische Regierung unter der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodriguez sei bereit, alles zu geben, was die US-Regierung für notwendig halte, habe Trump weiter gesagt.
"Wir werden es auf sehr gewinnbringende Weise wiederaufbauen", sagte Trump über Venezuela. "Wir werden Öl nutzen und wir werden Öl nehmen. Wir senken die Ölpreise und wir werden Venezuela Geld geben, das es dringend braucht." Trump gestand laut "NYT" ein, dass die Wiederbelebung der venezolanischen Ölindustrie Jahre dauern könnte.
Venezuela wird die Einnahmen aus seinen Ölgeschäften mit den USA laut Trump nur in US-Produkte investieren. "Ich wurde gerade darüber informiert, dass Venezuela mit den Einnahmen aus unserem neuen Öldeal ausschließlich in den USA hergestellte Produkte kaufen wird", schrieb Trump am Mittwoch (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social.
Dazu gehörten unter anderem amerikanische Agrarprodukte, in den USA hergestellte Medikamente, medizinische Geräte und Ausrüstung zur Verbesserung des venezolanischen Stromnetzes und der Energieanlagen. Mit anderen Worten, Venezuela verpflichte sich, mit den USA als Hauptpartner Geschäfte zu machen, schrieb Trump weiter und bezeichnete das als eine kluge Entscheidung und eine "sehr gute Sache" für die Menschen in Venezuela und den Vereinigten Staaten.
Die USA hatten zuvor angekündigt, den venezolanischen Ölverkauf "auf unbestimmte Zeit" in ihre Hand zu nehmen. Bereits am Dienstag hatte Trump gesagt, Venezuela werde zwischen 30 und 50 Millionen Barrel (je 159 Liter) an sanktioniertem Öl an die USA liefern. Er selbst werde die Einnahmen aus dem Verkauf des Öls kontrollieren, "zum Wohl des venezolanischen Volkes und der Vereinigten Staaten". Venezuelas staatlicher Ölkonzern PDVSA bestätigte Gespräche mit den USA über den Verkauf von Erdöl.
US-Ölkonzerne forderten indes einem Medienbericht zufolge von der Regierung in Washington ernsthafte Garantien für umfangreiche Investitionen in Venezuela. Die Manager drängten auf starke rechtliche und finanzielle Absicherungen, bevor sie Kapital zusagen, wie die britische "Financial Times" ("FT") berichtete. Trump drängt die Konzerne, in den südamerikanischen Ölsektor zu investieren. Am Freitag ist dazu ein Treffen im Weißen Haus geplant.
US-Vizepräsident JD Vance sagte zudem, dass Venezuela sein Öl nur dann verkaufen könne, wenn es den Interessen der Vereinigten Staaten diene. "Wir kontrollieren die Energieressourcen und wir sagen dem Regime: Ihr dürft das Öl verkaufen, solange ihr Amerikas nationalem Interesse dient, ihr dürft es nicht verkaufen, wenn ihr Amerikas nationalem Interesse nicht dienen könnt", sagte Vance laut Auszügen aus einem Interview mit dem Sender Fox News, die vor der offiziellen Ausstrahlung veröffentlicht wurden. Er fügte hinzu, die USA hätten die Kontrolle über die Geldmittel Venezuelas.
Davor hatte die US-Regierung eine Lockerung von Sanktionen gegen das seit einem Vierteljahrhundert links regierte Venezuela angekündigt. Ziel sei es, den Transport und den Verkauf venezolanischen Öls auf dem Weltmarkt zu ermöglichen. Welche Sanktionen genau gelockert werden sollen und wann, ging aus der Ankündigung nicht hervor. Das Ölgeschäft ist für Venezuelas Regierung die wichtigste Einnahme- und Devisenquelle. Zuletzt war China der größte Abnehmer venezolanischen Erdöls.