Schnee und Kälte: Winterwetter setzt Europas Verkehr zu
Starker Schneefall und Eiseskälte haben am Montag in etlichen europäischen Ländern für Hindernisse im Alltag gesorgt. Besonders betroffen waren unter anderem Polen, Tschechien, Großbritannien und die Niederlande, und auch hierzulande war es vielerorts klirrend kalt. Das Wetter lähmt vor allem den Verkehr: Auf dem Großflughafen Schiphol in Amsterdam etwa wurden am Vormittag fast 500 Flüge gestrichen.
Zahlreiche Flüge Richtung Amsterdam mussten umgeleitet werden. Auch der Bahnverkehr rund um die niederländische Hauptstadt und Utrecht brach zwischenzeitlich zusammen. Auf den Autobahnen kam es zu Hunderte Kilometer langen Staus, die winterlichen Bedingungen sorgten auch für Unfälle. Die Schneefälle in den Niederlanden sollen noch die ganze Woche anhalten.
Auch in Polen litt der Verkehr: Die Eisenbahn PKP meldete teils stundenlange Verspätungen und Ausfälle aufgrund von starken Schneefällen. Der Fernverkehrszug zwischen Krakau und Berlin erreichte die deutsche Grenze mehr als zweieinhalb Stunden später als geplant.
Neben starken Schneefällen gab es vielerorts auch eisige Kälte. In der tschechischen Gemeinde Kvila im Nationalpark Böhmerwald wurde ein Tiefstwert von minus 30,6 Grad Celsius gemessen. Nach Angaben des staatlichen Wetterdienstes sollen die Temperaturen in den nächsten Tagen landesweit nicht über den Gefrierpunkt steigen.
In Österreich lag der Temperaturtiefpunkt in der Nacht auf Montag bei minus 25,7 Grad, gemessen in Liebenau im Unteren Mühlviertel – mehr dazu in ooe.ORF.at. Die Geosphere Austria hat für Teile des Landes eine Kältewarnung veröffentlicht, wobei vor allem der Westen betroffen ist. Die klirrende Kälte hält dort demnach noch bis Mittwoch oder Donnerstag an.
Betroffen ist auch der Süden Deutschlands. Mit minus 24,3 Grad gab es im niederbayerischen Haidmühle die kälteste Nacht des bisherigen Winters. Im Norden des Landes soll indes immer wieder Schnee fallen.
Starker Schneefall in Frankreich sorgte für Flugausfälle auf den Pariser Flughäfen Charles-de-Gaulle und Orly: Die Fluggesellschaften mussten dort 15 Prozent ihrer Flüge streichen, wie der französische Verkehrsminister Philippe Tabarot am Montagnachmittag mitteilte. Das sei nötig, um Start- und Landebahnen vom Schnee zu räumen und die Maschinen vorzubereiten. Frankreichs größter Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle werde bis 20.00 Uhr betroffen sein, Paris-Orly bis 23.00 Uhr.
Schnee und Eis sorgten am Montag in der Normandie und der Bretagne im Westen Frankreichs sowie im Großraum Paris für Verkehrsstörungen – dort bildeten sich Staus mit einer Rekordlänge von insgesamt 850 Kilometern. Der Hochgeschwindigkeitszug TGV konnte nur mit 200 statt 300 km/h fahren. Auch im Rest des Landes herrschten laut Wetterdienst Meteo-France frostige Temperaturen.
Kaltes Winterwetter herrscht derzeit auch im Vereinigten Königreich, in vielen Teilen gilt seit mehreren Tagen eine Wetterwarnung wegen des starken Schneefalls. In Schottland wurden heute angesichts des Schneetreibens Hunderte Schulen geschlossen. Es wurde vor einer starken Beeinträchtigung des Verkehrs in Schottland gewarnt. Entlegene Ortschaften könnten auch abgeschnitten werden, so das Wetterbüro Met Office.
Wetterwarnungen gab es auch für England und Wales. Am Wochenende war in dem englischen Ort Shap mit minus 10,9 Grad Celsius die kälteste Nachttemperatur des Winters gemessen. Am John Lennon Airport in Liverpool kam der Flugverkehr indes wegen starken Schneefalls zeitweise ebenfalls zum Erliegen. Schulschließungen und Flugausfälle wurden auch in Irland gemeldet.
In Sarajevo fielen bis zu 40 Zentimeter Schnee. Auf dem Flughafen der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina war am Sonntag die Hälfte der Flüge ausgefallen.
In der Slowakei meldeten die Meteorologen am Montag mit lokal bis zu minus 20 Grad Celsius den bisher kältesten Morgen. In Rumänien waren insbesondere die Karpatenregionen in Siebenbürgen betroffen: Mehrere Dörfer waren wegen zugeschneiter Zufahrten isoliert. Mindestens 42.000 Haushalte waren ohne Strom, weil Transformatoren durch heftigen Schneefall beschädigt worden waren.
Vielerorts wurde vor gefährlichen Verkehrsbedingungen durch Glatteis und Schneetreiben gewarnt. Auch in Schweden rief die Polizei die Menschen dazu auf, das Auto stehen zu lassen. "Sushi zu holen ist keine Notwendigkeit!", hieß es dazu. Auch auf dem Stockholmer Flughafen Arlanda fielen zahlreiche Flüge aus oder waren verspätet. Der Bahnverkehr in mehreren Regionen wurde zeitweise gestoppt, Busse und Lastwagen rutschten von den eisglatten Straßen.
Auch in Spanien brachte das Sturmtief "Francis" Regen, Kälte, starken Seegang und in höheren Lagen auch Schnee. Die Wetterbehörde Aemet gab für Montag Warnungen für zehn Regionen des Landes heraus.
Für die Balearen mit der Urlaubsinsel Mallorca und den meisten anderen Gebieten gilt die dritthöchste Warnstufe Gelb. In Teilen von Kantabrien im Norden, von Kastilien und Leon im Nordwesten und von Katalonien im Osten des Landes herrscht unterdessen teilweise Warnstufe Orange, die erhebliche Gefahr bedeutet.
Die stärksten Schneefälle konzentrieren sich in der ersten Tageshälfte auf das weniger stark besiedelte Inland, die östliche Hälfte des Landes sowie das Kantabrische Gebirge, wie der TV-Sender RTVE berichtete. Auf drei Autobahnen und mehreren Landstraßen sorgte das Wetter demnach für erhebliche Einschränkungen.