Gamon: "Kommunikation war massiv unprofessionell"
Am Freitag war Claudia Gamon, Landessprecherin der NEOS, im Rahmen der Polit-Interviewreihe zum Jahreswechsel in "Vorarlberg heute" zu Gast. Dabei übte sie Kritik an der Kommunikation rund um die angekündigte Spitalsreform, räumte aber gleichzeitig auch ein, dass es Veränderungen geben muss.
"Man sollte einmal damit beginnen, dass man die Kommunikationsprobleme nicht klein redet. Das ist nämlich keine Kleinigkeit, mit wie viel Respekt wir auch den Menschen begegnen, die für uns alle im Gesundheitssystem arbeiten", sagt Gamon. Diese Menschen seien "massivst verunsichert, man sei massiv unprofessionell vorgegangen", kritisiert Gamon.
Man müsse sich auch die Frage stellen, was man mit den Veränderungen im Spitalswesen erreichen will. "Ich glaube, dass noch sehr große Veränderungen auf uns zukommen werden. Es wird demographische Veränderungen geben, und wir sind sicherlich schon mitten in diesen Veränderungen", sagt Gamon, die sich vor allem "klare Ansagen" gewünscht hätte. Neben der Spitalreform sei auch die Diskussion aufgekommen, dass es im Norden irgendwann einen Neubau brauchen werde. Gleichzeitig würden es viele Menschen für eine Zumutung halten, in ein Spital zu gehen, das von den Verkehrsproblemen in Bregenz umgeben sei, sagt Gamon weiter.
Es sei aber auch legitim, darüber nachzudenken, ob die Gesundheitsagenden beim Land oder beim Bund besser aufgehoben wären. "Es geht ja auch darum, wie wird das finanziert. Primär sollte die Finanzierung aus einer Hand kommen", fordert Gamon.
Die Frage müsse immer sein, wie die beste Versorgung für die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger gewährleistet werden könne. "Und das ist vielleicht manchmal auch nicht die Anzahl der Spitäler. Also wenn irgendjemand behaupten sollte, mehr Spitäler heißt bessere Versorgung, dann muss man sich auch die Frage stellen, warum nicht auch ein Spital in Gargellen oder in Schoppernau", so die Landessprecherin der NEOS.
Gamon ist neben ihrer Funktion als Landessprecherin auch Bundesratsvorsitzende der NEOS. Die Regierungszusammenarbeit mit der ÖVP und der SPÖ bezeichnet sie im "Vorarlberg heute"-Interview als "eine große Herausforderung". "Auch weil es generell herausfordernde Zeiten sind, wir spüren das ja auch in Vorarlberg. Ganz Österreich – der Bund, die Bundesländer aber auch die Gemeinden – stehen budgetär unter enormem Druck und wir haben keine einfache wirtschaftliche Lage", so Gamon. Dies dürfe jedoch keine Ausrede sein, dass man keine wesentlichen Strukturreformen macht.
Für 2026 hat sich Gamon vorgenommen "eine konstruktiv-kritische Oppositionspartei" zu sein. "Die natürlich anstoßt, wie viel sich verändern muss, dass man auch endlich in Richtung Zukunft schaut", so Gamon. Dafür brauche es auch Mut, Vorschläge zu machen – als Beispiel nennt sie die den Bereich der Einsparung, der Modernisierung und auch der Digitalisierung. "Aber auch beim Verkehr muss man einmal die großen mutigen Projekte ansprechen", fordert Gamon abschließend.