Wenn die KI bei der Mitarbeitersuche hilft
Trotz der angespannten Auftragslage suchen viele Unternehmen händeringend nach Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Bei ihrer Suche könnte jetzt Künstliche Intelligenz (KI) aus der Steiermark helfen. Sie analysiert Stellenanzeigen und macht Verbesserungsvorschläge.
Auf der Suche nach menschlicher Intelligenz soll die KI unterstützen, die der Grazer Severin Haidacher mit seinem Team entwickelte. "Wir analysieren die Karriereseite, die Stellenanzeige und eigentlich den gesamten Auftritt, die Kandidaten aus Sicht von Bewerbern. Und wir schauen uns die Erwartungen von Bewerbern an und daran messen wir dann. Triffst du diese Erwartungen für Bewerber und kannst du sie damit anziehen oder eben nicht", so Haidacher.
Unternehmen würden bei der Suche nach Beschäftigten noch immer gern die "eierlegende Wollmilchsau" suchen. "Am liebsten jemanden, der 25 Jahre alt ist, aber sieben Jahre Erfahrung hat und kein Geld dafür möchte. Das ist jetzt natürlich übertrieben. Aber genau da hapert es oftmals."
Haidacher erklärt, dass viele Unternehmen auf Beschäftigtensuche Marketingsprech nutzen und mit flachen Hierarchien und einem fairen Gehalt locken wollen. "Aber eigentlich kann man sich nichts darunter vorstellen." Der Experte empfiehlt, nicht nur zu sagen, was man sucht, sondern auch, was dafür gegeben wird.
Es sind Adaptierungen, die für viele Unternehmen immer notwendiger werden könnten. Denn laut dem WKO-Arbeitsmarktexperten Johannes Absenger gehört der Fachkräftemangel aktuell zu den größten Herausforderungen.
"Es gibt derzeit 10.000 Anmeldungen beim AMS Steiermark. Insgesamt werden es aber circa 20.000 offene Stellen in der Steiermark sein. Neben den Arbeitskosten und der allgemeinen Unsicherheit sind nach wie vor der Arbeits- und Fachkräftemangel ein großes Problem für die Unternehmen", schildert Absenger.
Die Unternehmen seien jedenfalls potenzielle Kundinnen für die steirische KI, denn diese könne sich "einerseits aus ganz, ganz vielen Daten aus wissenschaftlich erhobenen Daten einen Reim machen und die dann vergleichen mit den abertausend Unternehmen, die in unserer Datenbank sind", so Haidacher. So könne man etwa vergleichen, was Bewerberinnen und Bewerber möchten und wo das eigene Unternehmen im Wettbewerb zu anderen steht.