Überschwemmungen verschärfen Not in Gaza
Im durch den Krieg verwüsteten Gazastreifen spitzt sich die ohnehin verzweifelte Lage vieler Menschen nach andauernden Regenfällen zu. Augenzeugen und Berichten zufolge wurden auch heute wieder Zeltlager für Binnenvertriebene überflutet. Das seit Dienstag wütende Unwetter soll noch bis morgen anhalten.
Hunderttausende Palästinenserinnen und Palästinenser haben im mehr als zwei Jahre dauernden Krieg zwischen der israelischen Armee und der Terrororganisation Hamas ihr Zuhause verloren und leben in provisorischen Unterkünften. Seit dem 10. Oktober herrscht eine Waffenruhe. Bei einzelnen Zwischenfällen gibt es aber weiterhin Tote im Gazastreifen.
Die heftigen Regenfälle bedeuten nun eine weitere Katastrophe für die Menschen vor Ort. Ein Spital im Gazastreifen teilte mit, dort sei ein Baby an Unterkühlung gestorben.
Wasser muss mit Eimern aus Zelten geholt werden.
Ein verzweifelter Vater berichtete der Deutschen Presse-Agentur dpa, seine Kinder hätten in durchnässten Sachen geschlafen und vor Kälte gezittert, nachdem das Zeltlager in der Stadt Gaza überflutet worden sei.
Die 33 Jahre alte Amal Schabat, die in einem anderen Viertel der Stadt ausharrt, sagte der dpa, die Familie mit fünf Kindern versuche derzeit, Wasser mit einem Eimer aus ihrem Zelt zu holen. Wegen des eindringenden Regens sei ihr Bettzeug völlig durchnässt.
Das Sturmtief namens "Byron" bringt derzeit in Israel und den Palästinensergebieten kühlere Temperaturen, viel Regen und starken Wind.