Rad-WM: Evenepoel schreibt Zeitfahr-Geschichte
Remco Evenepoel hat als erster Profi zum vierten Mal in Folge den Weltmeistertitel im Einzelzeitfahren erobert. Mit einer überlegenen Vorstellung gewann der Belgier am Sonntag in Montreal mit 57 Sekunden Vorsprung vor dem Italiener Filippo Ganna. Bronze ging an Paul Seixas. Dem 19-jährigen französischen Talent fehlten 1:13 Minuten auf Evenepoel. Der WM-Titel bei den Damen ging erneut an die Schweizerin Marlen Reusser.
"Es ist einfach wahnsinnig. Natürlich bin ich hierhergekommen, um den vierten Titel nacheinander zu holen. Ich hatte ein richtig gutes Gefühl, es war sehr schnell. Es war einfach wunderbar. Jetzt erhole ich mich, ich möchte diesen speziellen Titel erst einmal genießen", sagte Olympiasieger Evenepoel.
Evenpoel war bei jeder der drei Zwischenzeiten voran gelegen. Schon zur Halbzeit der 39,2 Kilometer war der Vorsprung auf über eine halbe Minute angewachsen. Da lag noch der junge Schwede Jakob Söderqvist auf Platz zwei. Der U23-Weltmeister des Vorjahres war lange auf Medaillenkurs, stürzte aber rund 2,5 Kilometer vor dem Ziel und wurde am Ende Fünfter.
Ganna profitierte von seiner starken Renneinteilung. Der Weltmeister von 2020 und 2021 lag bei der ersten Zwischenzeit nur auf Platz zehn. Doch der 30-Jährige spielte vor allem im zweiten Teil der Strecke, die unter anderem über den Formel-1-Kurs von Montreal führte, seine Stärken aus und sicherte sich zum dritten Mal nach 2023 und 2024 Silber. Österreicher waren keine am Start.
Im Frauen-Bewerb davor belegte Christina Schweinberger nach ebenfalls 39,2 Kilometern den 17. Platz. Die 29-jährige Tirolerin verlor in ihrem ersten Rennen nach Sturz und Handgelenksbruch bei der Tour de France Femmes Anfang August 3:02,39 Minuten auf Marlen Reusser, die ihren WM-Titel erfolgreich verteidigte. Die Silbermedaille ging an die Britin Zoe Backstedt (+40,11) vor Franziska Koch (GER/+45,54).
"Es war ein ganz gutes Zeitfahren, ich habe mir die Kraft gut eingeteilt und bin gute Watt-Zahlen gefahren. Woran es am Ende gefehlt hat, muss ich jetzt schauen. Vielleicht hat mir hinten raus einfach die Rennhärte gefehlt", sagte Schweinberger, WM-Dritte im Zeitfahren 2023. Im U23-Zeitfahren der Damen am Montag (15.00 Uhr) ist Tabea Huys am Start.