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Carney Chukwuemeka: So tickt der neue ÖFB-Star privat

Carney Chukwuemeka: So tickt der neue ÖFB-Star privat

Carney Chukwuemeka: So tickt der neue ÖFB-Star privat

ÖFB-Neuzugang Carney Chukwuemeka gilt außerhalb des Platzes als äußerst ruhige Perso. Über das Privatleben des 22-Jährigen ist nicht viel bekannt.

Carney Chukwuemeka betritt eine neue Bühne, leise wie so oft in seiner noch jungen Laufbahn. In Marbella steht er erstmals im Kreis des österreichischen Nationalteams, fern von London, fern von jenem Umfeld, das ihn geprägt hat. Am Freitag könnte sein Länderspieldebüt gegen Ghana folgen. Der Mittelfeldspieler wirkt nicht wie einer, der den großen Auftritt sucht. Vielmehr entsteht das Bild eines jungen Profis, der seinen Weg im Stillen formt und sein Leben weitgehend privat hält.

Chukwuemeka gilt als zurückhaltend. Mitspieler beschreiben ihn als "chilligen Typ", der wenig Aufhebens um sich selbst macht. Auf dem Platz sucht er den Ball, abseits davon eher die Ruhe. Ob es eine Freundin an seiner Seite gibt, darüber schweigt der Youngster beharrlich – sein Fokus liegt aktuell voll auf der sportlichen Entwicklung. Sein Profil entsteht zwischen Talent und Zurückhaltung.

Eine Konstante begleitet ihn seit frühen Jahren. Jamie Gittens zählt zu seinem engsten Umfeld. Beide kennen sich aus Kindertagen, teilten später auch den Erfolg mit Englands U19. "Jamie und ich sind eng befreundet, wir gehören auch außerhalb vom Fußball zum selben Freundeskreis", sagt Chukwuemeka bei BVB-Medien.

Sein Alltag wirkt derzeit provisorisch. In Dortmund lebt er zeitweise im Hotel, ohne festen Lebensmittelpunkt. Training, Regeneration, Rückzug. Ein Leben zwischen Ankommen und Weiterziehen. Große Inszenierung bleibt aus, der Fokus liegt auf dem eigenen Rhythmus, den er auch privat konsequent beibehält.

Stabilität entsteht im engsten Kreis. Sein Vater übernimmt eine besondere Rolle, auch abseits des Sports. Er bringt ihm Deutsch bei, vermittelt ein Stück Herkunft, das lange im Hintergrund stand. "Mein Vater spricht fließend Deutsch. Ich werde versuchen, so viel wie möglich von ihm zu lernen", erklärt Chukwuemeka. In sozialen Medien zeigt sich der Neo-ÖFB-Star als streng gläubiger Mensch:Abseits von Spieltagsbildern findet man dort Bibelverse und Jesus als Hort für seine Kraft.

Geboren in der Bundeshauptstadt Wien, hat der Mittelfelddirigent seine ersten beiden Lebensjahre in Eisenstadt verbracht. Geprägt wurde er in England. Die Verbindung zu Österreich blieb lange abstrakt. Sprache fehlte, Erinnerungen waren bruchstückhaft. Erst jetzt entsteht eine neue Annäherung, Schritt für Schritt, fern von Klischees und neugierigen Fragen nach einer Freundin oder seinem Lifestyle. Früher soll es sein Traum gewesen sein, Sänger zu werden.

Früh zeigt sich sein Talent, doch der Weg verläuft nicht geradlinig. Verletzungen, Konkurrenz, wenig Spielzeit. Gleichzeitig bleibt sein Selbstbild klar. "Ich bin ein Spieler, der es liebt, sich auf dem Spielfeld auszudrücken, der ohne jede Angst spielt", sagt er über sich selbst. Ein Satz, der im Kontrast zu seiner ruhigen Art steht.

In Marbella beginnt nun ein weiteres Kapitel. Carney Chukwuemeka steht erstmals im Training des österreichischen Nationalteams. Sportdirektor Peter Schöttel findet über ihn und Paul Wanner klare Worte: "Das sind zwei sehr, sehr gute Spieler, das wissen wir. Es ist nicht selbstverständlich, dass sie für uns spielen." Schöttel beschreibt ihn als "coolen, freundlichen Typ", der sich im Team wohlfühlen wird. Ein leiser Einstieg in eine neue Rolle – sportlich wie privat.

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